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Nur wenige Anträge aus Togo

Archivartikel

Togo wird von Deutschland nicht als sicherer Herkunftsstaat eingestuft. Dennoch hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 2017 mehr als 90 Prozent der Asylanträge von Menschen aus der früheren deutschen Kolonie abgelehnt oder als erledigt gekennzeichnet. Nur wenige Flüchtlinge aus dem westafrikanischen Land beantragen Asyl – vergangenes Jahr waren es 370. Ende 2017 lebten 10 615 Togoer in Deutschland – nicht alle als Flüchtlinge. Das Land mit rund 7,7 Millionen Einwohnern gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. 2015 lebte nach Angaben des Internationalen Währungsfonds die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Das Nationaleinkommen beträgt 4,4 Milliarden Euro (2016) – in Deutschland ist das in etwa das Budget eines Landkreises. Deutschland fördert die freiwillige Rückkehr nach Togo mit einer Starthilfe von 300 Euro und – je nach Stand des Asylverfahrens – mit bis zu weiteren 1200 Euro. Seit mehr als 50 Jahren herrscht die Familie Gnassingbé in dem Land. Zuletzt kam es zu Massenprotesten gegen die Staatsspitze. Das Auswärtige Amt erkennt eine vorsichtige demokratische Öffnung, sieht aber weiterhin erhebliche Defizite bei Meinungs- und Pressefreiheit. dpa