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Ohne Bad kaum Unterricht

Mannheim/Odenwald/Region.Schwierigkeiten gibt es beim Thema Schwimmunterricht nicht nur wegen der Schulen. Auch die Schließungen von Bädern machen Probleme. Fehlt Geld in der Kasse der Kommune, ist dann meist das ortsansässige Hallenbad das erste Streichobjekt. Nach Informationen des DLRG Baden wurden in den vergangenen zehn Jahren 50 Bäder im Badischen geschlossen. Bundesweit waren es bis 2015 sogar 317. Tendenz steigend. "Viele Gruppen, die die Bäder nutzen, müssen Gebühren zahlen. Diese werden von den Kommunen erhöht", erklärt Ludwig Schulz, Geschäftsstellenleiter des DLRG Baden. Die Schwimmkurse würden dennoch angeboten, wenn auch mit erhöhten Kosten für die Teilnehmer. Teilweise mussten sogar Ortsgruppen schließen, wie in Karlsbad bei Karlsruhe. Dort stand das Bad nicht mehr für die Vereine und Kursgruppen zur Verfügung. In Meckesheim im Kraichgau wurde eine Ortsgruppe mit 225 Mitgliedern aufgelöst. "Das Bad wurde geschlossen", nennt Schulz den Grund.

Umbaumaßnahmen würden die Ortsgruppen der Gesellschaft belasten. "Der Trend geht zum Spaßbad", sagt Achim Wiese, Sprecher der DLRG. "Die Bäder sind aber nicht nur Freizeitstätte, sondern auch Kultur-, Bildungs-, Sozial- und Sportstätte." Die DLRG wolle nicht die Spaßbremse spielen, aber es sei wichtig, dass die Kinder sicher zu schwimmen lernen, dazu benötige man die Sportstätten.

In Mannheim soll sich die Zukunft der Bäderlandschaft verändern. Die Stadt teilte mit, dass dabei "die Wasserflächen in Mannheim nicht geringer werden". Entsprechende Ersatzflächen sollen eingeplant werden für den Fall, dass "Bäder im Rahmen der Neukonzeption tatsachlich geschlossen werden sollten".

In der Stadt Weinheim ist Schwimmunterricht an Schulen durchaus üblich und wird von der Stadt als Schulträger über das Budget der Schulen auch gefördert. Dennoch erklärt Roland Kern, Sprecher der Stadt Weinheim: "Die Schulen entscheiden anhand der Erreichbarkeit der Bäder, ob sie Unterricht geben oder nicht."

Anders die Situation im Odenwald. Manche Bäder seien schwer zu erreichen, was vor allem im Winter zu Problemen führe, erklärt der Fürther DLRG-Vorstand Michael Zeiß. Außerdem mussten einige Schulen die hauseigenen Bäder schließen. Deshalb müssten die Gruppen nach Bensheim oder Viernheim ausweichen. (lim(wn)/obit)

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