Welt und Wissen

Parlamentarischer Rat

1948

Als die Delegierten des Parlamentarischen Rats am 1. September 1948 zusammentraten, taten sie das zwischen ausgestopften Affen und Giraffen. Denn die konstituierende Sitzung fand im Bonner Naturkunde-Museum Alexander Koenig statt, weil dieses Gebäude den Krieg unzerstört überstanden hatte. Unter den 65 stimmberechtigten Abgeordneten aus den westlichen Besatzungszonen befanden sich auch vier Frauen (und fünf nicht stimmberechtigte Abgeordnete aus West-Berlin). Zu einem der prägendsten Delegierten wurde der SPD-Politiker Carlo Schmid (Bild, SPD), der dann von 1949 bis 1972 den Wahlkreis Mannheim I im Bundestag vertrat. Am Ende der Sitzung stand das bereits am 23. Mai 1949 mit 53:12 Stimmen verabschiedete Grundgesetz, das als oberstes Ziel die Einheit aller Deutschen (Präambel) vorsah. Es galt aber zunächst nur für die Bundesrepublik, die aus den drei Westzonen hervorging. Erst nach dem Mauerfall (9. November 1989) und mit der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 erhielt es auch in der DDR Gültigkeit.

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