Welt und Wissen

Persönliche Erinnerungen

Stefan Dettlinger, Leiter des „MM“-Kulturressorts

Als ich in Paris studierte, saßen mein Freund Florian und ich oft oben auf dem Dach an einer Dachrinne auf der Île Saint-Louis, der Insel direkt neben der Île de la Cité. Unter uns: die beste Eisdiele von Paris. Vor uns: der Prachtbau von Notre-Dame. Allein die Aura, die das Kirchenschiff ausstrahlt, ließ an etwas Übergeordnetes glauben. Darin ist auch der Blick in die Vergangenheit, wie eines der verrücktesten Bücher des 19. Jahrhunderts: Victor Hugos „Glöckner von Notre-Dame“. An all das denkend, kommen mir fast die Tränen.

Cosima Besse, Französisch-als- Fremdsprache-Lehrerin

Für mich ist Notre-Dame ein Ort der Zuflucht. Während meines Studiums verbrachte ich ein Jahr in Paris. Eines Tages wurde mir in der U-Bahn mein Geldbeutel gestohlen. Direkt danach lief ich zur Île de la Cité und ging in die Kathedrale hinein. Dort zündete ich eine Kerze an. Später verkündete das Fundbüro, dass mein Geldbeutel gefunden wurde. Das Geld: verschwunden. Aber alle Bankkarten, Ausweise und Fotos waren noch da. Notre-Dame hat mir Hoffnung geschenkt.