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Mit militantem Extremismus kennt sich Benjamin Netanjahu aus. 1976 war sein Bruder Jonatan der Anführer jener israelischen Spezialeinheit, die im ugandischen Entebbe die Passagiere einer Air-France-Maschine aus der Hand von deutschen und palästinensischen Terroristen befreite. Vier Geiseln kamen ums Leben – Jonatan Netanjahu als einziger Soldat auch. Später bemühte sich der jüngere Bruder Benjamin, ihm ein Denkmal zu setzen.

Wenige Jahre nach dem Drama entschied sich Netanjahu, seine damalige Wahlheimat USA zu verlassen, damit einen lukrativen Job aufzugeben und nach Israel zurückzukehren. Zwar ging es noch einmal zurück in die USA, als Vize-Botschafter in Washington und dann als Vertreter bei den Vereinten Nationen. Doch der Grundstein für eine Karriere in Israel war damit gelegt.

Netanjahu hat sämtliche relevanten Ämter bereits bekleidet. Er war Oppositionsführer, UN-Botschafter, Finanz- und Außenminister. 1988 zog Netanjahu für den konservativen Likud in die Knesset. 1996 wurde er zum Ministerpräsidenten gewählt. Seit 2009 ist er Regierungschef. cb/lk