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Platz für Radler und Fußgänger

Archivartikel

Für Verkehrsplaner war die Sache früher einfach: Das Auto hatte Vorrang. Der allergrößte Teil des öffentlichen Platzes wurde daher mit Straßen und Parkplätzen zugebaut. Radwege hingegen waren eine Seltenheit, und Fußgängern blieben schmale Streifen.

Doch das hat sich angesichts von Klimawandel und Feinstaub- und Stickoxidwerten geändert. „Erhebungen zeigen, dass vor allem jüngere Erwachsene weniger autoorientiert sind als ihre Altersgenossen vor einem oder zwei Jahrzehnten – sofern sie in einem städtischen Umfeld leben, welches Alternativen zum Pkw bereithält“, heißt es von der Stadt Mannheim, die derzeit einen Masterplan Mobilität 2035 vorbereitet. Dabei rücke vor allem die „faire Verteilung der Flächen im öffentlichen Raum zwischen den Verkehrsarten“ in den Fokus. Sprich: Autofahrer werden langfristig Platz an andere Verkehrsteilnehmer abgeben müssen.

Vor allem diejenigen, die am wenigsten Treibhausgase ausstoßen, also Radfahrer und Fußgänger, sollen es in Zukunft leichter haben. Stadtplaner tüfteln an neuen Fahrradstraßen und Radschnellwegen – auch zwischen Mannheim und Heidelberg.

Sogar autofreie Innenstädte werden diskutiert. In Bremen wird das Zentrum bis 2030 für Pkw gesperrt. In Gent (Belgien), Madrid und Ponebedra (Spanien) müssen Autos bereits draußen bleiben. Ausnahmen gibt es für Anwohner, Handwerker, Pflegedienste und Lieferverkehr. 

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