Welt und Wissen

„Prozess betrifft alle Menschen“

Archivartikel

Leandro Cerquiera Karst, Landesschülerbeirat Baden-Württemberg

Herr Cerquiera Karst, tausende Menschen besuchen die re:publica. Woher kommt der Erfolg solcher Veranstaltungen?

Leandro Cerquiera Karst: Ein Grund ist die Vielfalt, die bei solchen Ereignissen herrscht. Als ich über das Gelände gelaufen bin, habe ich Menschen aus aller Welt gesehen. Sie haben die verschiedensten Hintergründe, und jeder hat die Möglichkeit, sich einzubringen. Digitalisierung betrifft alle Menschen, egal ob es sich um einen Schüler, Professor oder einen Bundesminister handelt.

Wo gibt es in Deutschland noch Nachholbedarf, was die Digitalisierung angeht?

Cerquiera Karst: Zum einen fehlt es noch an Wissen über diesen Prozess. Es gibt zwar bereits viele ausgezeichnete Konzepte, die aber erst umgesetzt werden müssen. Ein Beispiel dafür sind die Schulen. Wichtig ist: Es gibt nicht den einen richtigen Plan, man muss auch die Belange der einzelnen Schule, des einzelnen Schülers berücksichtigen. Zum anderen braucht es noch mehr Mut. Häufig fehlt es noch an der Offenheit gegenüber solchen Prozessen. Der erste Schritt dahin muss in den Köpfen der Menschen geschehen.

Blicken Sie optimistisch in die digitale Zukunft?

Cerquiera Karst: Das Wort „zuversichtlich“ trifft es besser. Es gibt viel Potenzial, das aber auch abgerufen werden muss. Den genauen weiteren Weg kann natürlich niemand voraussagen. Wichtig ist aber, das Thema gemeinsam anzupacken und es allen Akteuren zu ermöglichen, sich zu beteiligen. Die Diskussionen um Datenschutz und die konkrete technische Umsetzung bremsen das Tempo manchmal etwas. Dennoch sind solche Themen natürlich auch wichtig. 

Das Gespräch wurde telefonisch geführt und zur Abstimmung vorgelegt.

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