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Regierung setzt auf Abholzung

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will bei seiner Reise nach Brasilien für den Schutz des Regenwaldes und den Kampf gegen die Klimaerwärmung eintreten. „Brasilien ist ein entscheidender Partner, wenn es um Klimaschutz geht. Der Amazonas-Regenwald ist die Lunge unseres Planeten“, sagte der CSU-Politiker anlässlich seiner einwöchigen Reise in das größte Land Lateinamerikas. „Deshalb werde ich mich in den Gesprächen mit der brasilianischen Regierung dafür einsetzen, den Kampf gegen illegale Abholzung und Brandrodung konsequent auszubauen.“

Der Umweltschutz gehört nicht zu den Prioritäten des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Er will keine neuen Schutzgebiete ausweisen, weitere Rodungen zulassen und die Amazonasregion wirtschaftlich stärker nutzen.

Ratschläge verbeten

Ratschläge aus dem Ausland verbittet sich der Ex-Militär. Nach kritischen Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Abholzung des Regenwaldes in Brasilien sagte er zuletzt, Deutschland könne beim Umweltschutz noch viel von Brasilien lernen.

Das neue Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur könnte nach Einschätzung von Umweltschutzorganisationen sogar noch zu mehr Rodungen im Amazonasgebiet führen, um neue Anbauflächen zu schaffen. „Wichtig ist, dass die Einhaltung von Arbeits- und Umweltstandards inklusive des Pariser Klimaabkommens verbindlich festgeschrieben wird“, sagte Minister Müller noch vor seinem Abflug nach Brasilien. „Speziell bei Soja sollten wir auf eine Zertifizierung der Importe drängen. Es darf kein Soja nach Europa gelangen, für das Tropenwald illegal gerodet wurde.“

Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen forderte Minister Müller auf, in Gesprächen mit der brasilianischen Regierung auch die Landrechte indigener Völker zu betonen. dpa/red

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