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Risiko weiterer Ausbreitung

Archivartikel

Hans-Georg Kräusslich kennt sich aus mit Viren. Er ist Abteilungsleiter Virologie am Zentrum für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg und seit Oktober neuer Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. Er hält es für verfrüht, schon jetzt ein Urteil über die Gefährlichkeit des neu aufgetretenen Virus zu fällen. „Ganz offensichtlich kann das Virus schwere Erkrankungen der Atemwege verursachen, die in einigen Fällen zum Tod geführt haben. Der weitere Verlauf und die Konsequenz ist aber noch nicht abschließend beurteilbar.“

„Nach aktuellen Zahlen führt das neue Coronavirus deutlich weniger häufig zu schweren Infektionen und zum Tod als Sars oder Mers.“ Bei der Zahl der Infektionen können im Moment aber nur die Kranken mit entsprechenden Symptomen beurteilt werden. „Zur Frage, ob und wenn ja wie viele Infektionen ohne Symptome, also harmlose Infektionen, vorliegen, kann man derzeit keine Aussage machen.“

Wegen der massiven Reisetätigkeit in China anlässlich des Neujahrsfestes, das jetzt am Wochenende beginnt, bleibt das Risiko einer Ausbreitung in andere Teile Chinas und darüber hinaus weiterhin gegeben. „Und dies lässt sich auch nicht verhindern“, so Kräusslich. Immerhin, es gebe bisher keine Hinweise, dass der Erreger sich bei Einschleppen in andere Regionen schnell ausbreitet.

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