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Partnerschaft Die beiden Länder wollen Zusammenarbeit weiter ausbauen / Delegation mit Innenminister Roger Lewentz nimmt an Gedenkfeierlichkeiten teil

Ruanda und Rheinland-Pfalz eng verbunden

Mainz/Kigali.Anlässlich der Gedenkfeiern 25 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda ist der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) in das afrikanische Land gereist. Damit solle die tiefe Verbundenheit mit dem langjährigen Partnerland zum Ausdruck kommen, teilte das Innenministerium in Mainz mit. Während der Reise solle auch über Kooperationen in der Erinnerungsarbeit gesprochen werden.

Die Delegation wird am morgigen Sonntag an den offiziellen Gedenkfeiern teilnehmen und verschiedene Gedenkstätten besuchen. Landtagspräsident Hendrik Hering reist nach Angaben der Landtagsverwaltung am Wochenende nach. Teil der Delegation sind unter anderem auch der Direktor der Landeszentrale für Politische Bildung, Bernhard Kukatzki, sowie Vertreter des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda und der Gedenkstätte Hinzert im Hunsrück.

Bildung als Schlüssel

Die Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda existiert bereits seit 1982 – und hatte auch nach dem Massenmord an 800 000 Männern, Frauen und Kindern durch Hutu-Milizen fortbestanden. Nach den Gräueltaten war der damalige rheinland-pfälzische Innenminister Walter Zuber (SPD) als erster offizieller ausländischer Gast dorthin gereist ist.

Ruandas Staatsoberhaupt Paul Kagame hatte erst im Oktober vergangenen Jahres betont, dass die Unterstützung aus Rheinland-Pfalz sehr wichtig sei für die Entwicklung seines Landes. Bildung sei der Schlüssel für eine gute Zukunft, betonte Kagame. Ruander, die in Deutschland studiert hätten, bekleideten heute an vielen Stellen wichtige Positionen im Land. Als vorrangigstes Ziel nannte der Präsident den Kampf gegen Armut.

Damals war die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) fünf Tage lang durch Ruanda gereist. Beide Politiker betonten ihr Engagement zur Stärkung und zum Ausbau der Beziehungen der beiden Länder. Dreyer lobte auch Fortschritte bei Wirtschaftswachstum und Gleichberechtigung, hatte sich aber auch für mehr Pluralität und Meinungsfreiheit in dem Land ausgesprochen.

Aufruf an Schüler

Als Schirmherrin der Hilfsaktion „Dein Tag für Afrika“ hat Dreyer Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland dazu aufgerufen, sich zu engagieren. An dem Aktionstag am 18. Juni sammeln Schüler Geld, indem sie sich eine Arbeit suchen oder Spendenläufe organisieren. Das Ziel der Aktion ist es, jungen Menschen in Afrika den Schulbesuch oder eine Ausbildung zu ermöglichen. Die Kampagne zeige, dass eine richtige Idee viel Gutes bewirken könne, sagte Dreyer im vergangenen Monat. Sie habe in Ruanda einige Projekte besucht, die durch die Aktion initiiert worden waren. „Ich bin davon überzeugt, dass uns der gegenseitige Austausch bereichert und wir viel voneinander lernen können“, sagte Dreyer. In Ruanda habe sie beispielsweise der hohe Anteil von Frauen in Wirtschaft und Politik beeindruckt.

Dreyer betonte, dass Afrika mehr von einem Austausch in Bildung, Wissenschaft und Investitionen in die Wirtschaftsentwicklung profitiere als von rein finanziellen Zuwendungen. Ein Austausch auf Augenhöhe sei ein wichtiger Schritt, um Fluchtbewegungen in Afrika zu vermeiden. dpa