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Russlands ungelöste Konflikte

Archivartikel

Der Konflikt Moskaus mit Georgien und seinen abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien reicht, wie andere sogenannte eingefrorene Konflikte auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, in die Zeit der sowjetischen Nationalitätenpolitik samt Um- und Ansiedlungen unter Stalin zurück. So waren künstliche Gebilde entstanden, ohne Rücksicht auf natürliche Grenzen und traditionelle Wirtschaftsräume. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kam es auch auf georgischem Boden zu Sezessionskriegen.

Weiteres Beispiel Berg-Karabach: Im Jahr 1988 hatte sich die armenische Bevölkerungsmehrheit in Berg-Karabach eigenmächtig von Aserbaidschan, südlich von Georgien gelegen, losgesagt. Der Konflikt reicht zurück in die Zeit der Russischen Revolution, als sowohl Aserbaidschan als auch Armenien sich für unabhängige Staaten erklärten und ihre Ansprüche auf Berg-Karabach erhoben. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verschärfte sich die Lage. Zwischen den Jahren 1992 und 1994 kam es zu Krieg und Vertreibungen. An der Waffenstillstandslinie zwischen Berg-Karabach und Aserbaidschan gibt es bis heute immer wieder Gefechte und Tote. Russland als Schutzmacht Armeniens unterstützt das völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörende Berg-Karabach.

Der Konflikt um die Krim und die Ostukraine: Seit der völkerrechtswidrigen Annexion 2014 durch die Russen gehört die ukrainische Halbinsel Krim de facto zu Russland. Auch die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine unterstützt Moskau militärisch im Krieg gegen die Ukraine mit Kiew als Hauptstadt. Diese Eskalationsherde entlang seiner südlichen Grenzen nutzt der Kreml zur Sicherung seiner Macht. So hindert es kleinere Länder, die einst zur Sowjetunion gehörten und später unabhängig wurden, an ihrer Ausrichtung nach Westen, an der Mitgliedschaft in der Nato oder der Europäischen Union. 

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