Welt und Wissen

Schmuggler plündern Strand

Archivartikel

Der weltweite Bauboom hat die Nachfrage nach Sand und Kies einer neuen Studie zufolge in 20 Jahren verdreifacht. Mit 40 bis 50 Milliarden Tonnen im Jahr sei Sand gemessen am Volumen nach Wasser der größte gehandelte Rohstoff der Welt, teilte das UN-Umweltprogramm (Unep) in Genf mit. Der unregulierte Abbau sei für die Umwelt aber gefährlich, warnte Unep. „Flüsse, Deltas und Küsten werden ausgewaschen, Sand-Mafias blühen.“ Die UN-Organisation verlangt eine Regulierung und Bewirtschaftung der weltweiten Sandbestände.

Die Folgen des Abbaus können schwerwiegend sein, heißt es in dem Bericht. Wenn Strände geräumt werden, können Anlieger ihre Region kaum für den Tourismus entwickeln. In Flüssen und Mangrovenwäldern dezimiert das Sandabgraben die dort lebenden Krabben. Flussufer können instabil werden, wenn Sand abgegraben wird.

Schonender Abbau

In Marokko hätten Schmuggler den Sand an einem Küstenstreifen so weit abgetragen, dass nur noch Steine übrig geblieben seien. Am Mekong in Asien mache sich der Sandabbau in Laos, Thailand und Kambodscha und im Flussdelta in Vietnam durch Erosion bemerkbar.

Der kleine, reiche Stadtstaat Singapur in Südostasien sei der größte Sandimporteur der Welt, um seine ehrgeizigen Baupläne zu verwirklichen, so der Bericht. Singapur habe seine Landfläche in den vergangenen 40 Jahren um 20 Prozent oder 130 Quadratkilometer erweitert.

Unep wirbt für internationale Regeln, die festlegen, wie viel Sand wo schonend abgebaut werden kann. Unternehmer sollten Recycling-Material für den Bau entwickeln. dpa