Welt und Wissen

Schulen und Polizei im Wandel

Archivartikel

Nach dem Amoklauf in Winnenden hat sich in baden-württembergischen Schulen und bei der Polizei vieles geändert. Ein Überblick:

Schulen: Wie das Kultusministerium auf Anfrage mitteilte, wolle man sich künftig besser auf Krisensituationen vorbereiten. So wurden mehr Schulpsychologen eingestellt und immer mehr Lehrer zu Beratungslehrern ausgebildet. Außerdem, das bestätigte auch der Schulleiter des Mannheimer Moll-Gymnasiums, Gerhard Weber, hat das Ministerium ein einheitliches Gewaltpräventionsprogramm eingeführt und die Medienpädagogik gestärkt. Mit einem Pager-Alarmiersystem, das nicht an ein Handynetz gebunden ist, will man darüber hinaus die Sicherheit erhöhen.

Polizeieinsätze: Auch bei der Polizei hat es Fortschritte gegeben. Bereits vor Winnenden änderte die Behörde ihre Strategie und wurde offensiver: kein Warten mehr auf Analysen oder das Landeskriminalamt. Die örtlichen Beamten sind nun so gut geschult, dass sie sofort Gebäude stürmen und Täter stellen können. Laut einem Sprecher des Stuttgarter Landespolizeipräsidiums (LPP) würden zudem Trainingskonzepte – etwa in Schulgebäuden – überprüft und die Ausstattung der Beamten verbessert.

Zusammenarbeit: Dem LPP und dem Schulleiter Gerhard Weber zufolge arbeiten Polizei und Schulen seit 2009 enger zusammen. So beantworten etwa die Sicherheitskräfte Fragen zu möglichen Verhaltensweisen und beraten auch bei Übungen des Lehrpersonals. Zusätzlich nehmen Lehrer teilweise auch an den Trainingseinheiten der Polizei in Schulhäusern teil. jor