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Solarzellen dringend erwünscht

Für die Solarenergie in Deutschland ist 2019 bislang ein gutes Jahr. Photovoltaikanlagen speisten im ersten Halbjahr rund 25 Terawattstunden in das öffentliche Stromnetz ein, 5,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und fast so viel wie die Steinkohlekraftwerke in Deutschland.

Im besonders sonnenreichen Juni war die Photovoltaik erstmals die stärkste Energiequelle in einem einzelnen Monat, noch vor Braunkohle und Windkraft, wie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ermittelt hat.

Auch beim Anschluss neuer Solaranlagen geht es bergauf. Von Januar bis Mai sind rund 40 000 Solaranlagen mit zusammen etwa 1800 Megawatt Spitzenleistung neu installiert worden. Das ist zwar noch weit vom Spitzenjahr 2012 entfernt, als fast 8000 Megawatt neu ans Netz gingen. Aber den drastischen Einbruch der vergangenen Jahre hat die Branche nach Einschätzung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) überwunden.

Ausbau erforderlich

Ohne einen verstärkten Ausbau der Solarenergie, darin sind sich viele Fachleute einig, wird Deutschland die selbst gesetzten Klimaziele verfehlen. „Wir bekommen durch die Klimabewegung einen massiven Druck, mehr Photovoltaik zu installieren“, sagt der Leiter des Fraunhofer-Instituts, Andreas Bett. „Der Markt ist da, und er wird weiter wachsen“, sagt Bett.

Die Solarbranche verweist auf die stark gesunkenen Kosten für Anlagen auf dem Dach und auch auf Freiflächen. Sorgen bereitet der Solarbranche allerdings der nahende Förderstopp für neue Solardächer. Nach der bisherigen Gesetzeslage im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sollen neue Solarstromanlagen auf Gebäuden nicht mehr gefördert werden, sobald insgesamt eine Marke von 52 Gigawatt installierter Photovoltaik-Kapazität erreicht ist. Die Bundesregierung müsse den Förderdeckel aufheben, fordert König. „Andernfalls steuern wir bereits in wenigen Monaten auf einen drastischen Einbruch des Solarzubaus zu.“

Forschung auf hohem Niveau

Seit im vergangenen September die Produktion im letzten Werk des einstigen Vorzeigeunternehmens Solarworld eingestellt wurde, gibt es keinen nennenswerten deutschen Hersteller von Solarzellen mehr. Dabei war Deutschland in den Jahren 2005 bis 2008 führend bei der Produktion von Solarzellen. Die Hersteller hätten aber nicht gezielt in den schnellen Aufbau der Silizium-Photovoltaik investiert, „wie das die chinesischen Produzenten gemacht haben“, sagt Fraunhofer-Forscher Bett.

Er sieht aber Chancen, in Deutschland wieder Solarzellen in größerem Stil zu produzieren. Forschung und Entwicklung seien noch auf ganz hohem Niveau. „Es muss aber jetzt die Produktion aufgebaut werden.“ Einen Kostennachteil sieht Bett für eine heimische Produktion nicht. „Die Produktionskosten wären in Deutschland nicht höher als in China, weil die Herstellung stark automatisiert ist.“ Der wachsende Anteil der Transportkosten am Gesamtpreis für Module aus Asien spreche zudem für eine Fertigung in Deutschland.

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