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Stephan Weil

Stephan Weil (58) trinkt gerne grünen Tee - das passt zum niedersächsischen Ministerpräsidenten, der meist den ruhigen und gelassenen Norddeutschen gibt. Nicht ganz so bekömmlich wie der grüne Tee erwies sich für den 58-jährigen SPD-Politiker ein Bündnis mit dem grünen Koalitionspartner. Es zerbrach im August durch den plötzlichen Wechsel einer Grünen-Abgeordneten zur CDU.

Kurz darauf geriet Weil weiter unter Druck, als bekannt wurde, dass er eine Regierungserklärung zu VW dem Konzern zum Gegenlesen geschickt hatte. Er habe sich selbst einige grundsätzliche Fragen gestellt, sagt er. Aber: "Ich bin mit mir sehr im Reinen." Ein mit sich hadernder Stephan Weil - dieses Bild soll gar nicht erst aufkommen.

Bis zur gewonnenen Landtagswahl im Januar 2013 war Weil Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover. Der in Hamburg geborene Sohn schlesischer Flüchtlinge studierte Jura und arbeitete als Anwalt, Richter und Staatsanwalt. SPD-Mitglied ist er seit drei Jahrzehnten.

Und er hat einige Erfolge vorzuweisen: 63 Prozent der Niedersachsen sind mit seiner rot-grünen Regierung zufrieden. Die niedersächsische SPD liegt mit 33 Prozent deutlich höher als im Bund. Weil genießt persönliche Zustimmungswerte von 48 Prozent.

Seit 1987 ist der begeisterte Langstreckenläufer mit der Professorin Rosemarie Kerkow-Weil verheiratet. Das Paar hat einen erwachsenen Sohn. Weil entspannt gerne beim Wandern. "Das ist die erholsamste Art, Urlaub zu machen", findet er. Außer Wandern, Lesen und Laufen hat er noch ein weiteres, sehr volksnahes Hobby: Der Fußballfan ist Besitzer einer Dauerkarte für den Verein Hannover 96. dpa