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Streit um Schätze unter dem Eis

Archivartikel

Die Klimaforschung ist zwar der wichtigste Grund für das Engagement der Bundesregierung in der Arktis. Doch rund um den Nordpol hat die Bundesregierung auch politisch die Augen auf. Gleich fünf Ministerien sind damit befasst. Es geht um Rohstoffe, die durch eine Eisschmelze absehbar zugänglich werden und um neue Schifffahrtswege, die Transporte zwischen Asien und Europa verkürzen. Es geht auch um wirtschaftliche Chancen, etwa für deutsche Hersteller von Anlagen für den Abbau der Rohstoffe.

Immerhin ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasvorräte werden hier vermutet. Schließlich ist die Region für die Großmächte auch geostrategisch wichtig. China begreift die Arktis mittlerweile als Teil der Seidenstraße. Im Arktischen Rat, in dem Russland, USA, Kanada, Norwegen, Dänemark, Island, Schweden und Finnland sowie Vertreter der indigenen Bevölkerung zusammen sitzen, nimmt Deutschland nur einen Beobachterstatus ein. In dieser politischen Runde prallen auch die Gebietsansprüche aufeinander. Kanada, die USA und Russland pochen auf Besitzrechte. Auf der Polarstern spielt das keine Rolle. Aber die Forscher verzichten auf die Erkundung des Meeresbodens. Denn die Ergebnisse könnten von Staaten genutzt werden, ihre Ansprüche zu untermauern, wenn Proben etwa die Zugehörigkeit des Grundes zu einer Kontinentalplatte beweisen könnten. US-Außenminister Mike Pompeo spricht von einer „Arena der Macht und des Wettbewerbs“. Der für die Auslandsaufklärung zuständige Bundesnachrichtendienst (BND) beobachtet das Geschehen. „Die zu großen Teilen unbewohnbare Arktis hat das Potenzial zu einer Konfliktregion der Zukunft zu werden“, erklärt der BND. wom