Welt und Wissen

Trump und die Wahlen

Archivartikel

Mit jedem Tag, den die Midterm -Wahlen näher rücken, beschwört US-Präsident Donald Trump eine größere Gefahr für die Nation. „Wenn ihr nicht wollt, dass Amerika von Horden illegaler Fremder und gigantischen Karawanen überrannt wird, wählt ihr besser Republikaner“, peitschte Trump seine Anhänger auf dem Höhepunkt einer hasserfüllten Rede in Columbia im US-Bundesstaat Missouri auf.

Eine Hochburg Trumps bei den Präsidentschaftswahlen 2016, die schon damals empfänglich für seine fremdenfeindliche Botschaft war. Vor den Zwischenwahlen zum Kongress geht der Präsident noch einen Schritt weiter. Diesmal erfindet er eine Krise, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Die „gigantische Karawane“ ist ein Marsch von Flüchtlingen aus Zentralamerika, der noch rund 1300 Kilometer weit von der Grenze entfernt ist. Trump behauptet ohne jeden Beleg, unter die Familien hätten sich Kriminelle und „Leute aus dem Nahen Osten“, spricht Terroristen, gemischt, die eine „Invasion“ an der Grenze zu Mexiko planten.

Präsident plant Festnahmen

Seine Lösungen sind nicht minder imaginär. Im Weißen Haus bekräftigte er die Entsendung von bis zu 15 000 Soldaten an die Grenze und deutete sogar einen Schießbefehl an. Den nahm er später wieder zurück: „Sie werden nicht schießen müssen“, sagte er über die Soldaten. „Was ich nicht will, ist, dass diese Leute Steine schmeißen“, so der US-Präsident mit Blick auf die Flüchtlinge: „Wir werden diese Leute schnell und für lange Zeit festnehmen.“ Trump geht es nach Ansicht von Beobachtern ohnehin um etwas anderes.

Der Präsident versuche mit immer extremeren Positionen, seine Basis zu mobilisieren. Die „New York Times“ spricht von „fremdenfeindlicher Demagogie in reinster Form“ und rückt diese in Beziehung zum rechten Terror vergangener Wochen: „Etwas ist hier fürchterlich schief gelaufen.“

Info: Video unter morgenweb.de/politik

Zum Thema