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Grundsicherung Durchschnittlich bezieht ein Amerikaner umgerechnet 1200 Euro aus der staatlichen Sozialversicherung – und arbeitet länger als erwartet

USA heben Eintrittsalter auf 67 Jahre an

Präsident Franklin Delano Roosevelt hat das „Social Security“ genannte Pensionssystem der USA 1935 als Grundsicherung eingeführt. Die staatlichen Rentenbezüge machen heute im Schnitt rund 39 Prozent der Alterseinkünfte aus. Der Rest kommt aus privaten Ersparnissen und betrieblichen Renten.

Die maximale Leistung aus der „Social Security”, der Sozialversicherung, bewegt sich bei jemandem, der mit 65 Jahren das volle Pensionsalter erreicht hat, bei monatlich 2788 US-Dollar, das sind umgerechnet 2400 Euro. Im Schnitt beziehen US-Pensionäre aber nicht mehr als 1372 Dollar aus der Rentenkasse, knapp 1200 Euro.

Freiberufler doppelt belastet

Generell richten sich die Ansprüche an der staatlichen Pension nach der Höhe der Beiträge und Anzahl der Beitragsjahre. Ab einer bestimmten Höhe sind diese jedoch gedeckelt. Während des Berufslebens zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in den USA jeweils anteilig 6,2 Prozent auf Einkommen bis 118 500 Dollar (102 000 Euro) in die staatliche Pensionskasse ein. Darüber hinausgehende Verdienste sind von der Abgabenpflicht freigestellt.

Freiberufler müssen sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil übernehmen. Sie werden mit 12,4 Prozent zur Kasse gebeten. Insgesamt zahlen rund 165 Millionen Arbeitnehmer in das System ein. Das entspricht etwa drei Beitragszahlern auf einen Empfänger.

Bis zu einem Viertel Abschläge

Insgesamt zahlte die Social Security Administration im vergangenen Jahr rund 870 Milliarden Dollar an 59 Millionen Empfänger aus; darunter die Mehrzahl an Pensionäre. Ein kleinerer Anteil entfällt auf Angehörige, Verwitwete und Berufsunfähige. Wie in anderen westlichen Industrienationen hat auch das US-amerikanische System der Alterssicherung enormen Reformbedarf. Angesichts der demografischen Veränderungen sind die Pensionen in voller Höhe ohne Anpassungen nur noch für die nächsten 20 Jahre sicher. Junge Beitragszahler müssten sich dann auf Abschläge von einem Viertel einstellen.

Während das Rentenalter bereits schrittweise auf 67 Jahre angehoben wird, stehen andere Reformen aus, das Pensionssystem dauerhaft wetterfest zu machen.

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