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Verbotenes Lichterspiel aus China

Archivartikel

Die SB-Warenhauskette Real hat nach dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo den Verkauf von Himmelslaternen auf ihrem Online-Marktplatz gestoppt. „Ausgelöst durch die Diskussion, die sich im Zusammenhang mit dem tragischen Brandunglück in Krefeld entwickelt hat, haben wir entschieden, dass diese Artikel von Drittanbietern nicht länger Teil unseres Angebotes sind“, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) teilte mit, das Verbot von Himmelslaternen sei richtig und wichtig. „Beim fürchterlichen Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo zeigt sich wieder, wie gefährlich solche Himmelslaternen sind.“

Am Boden zerstört

Die Lampions bestehen aus Papier und Kerzen und steigen wegen der warmen Luft auf. Erfunden wurden sie vor fast 2000 Jahren in China. Wind kann die fliegenden Kerzen schnell ins Schwanken bringen und damit Feuer auslösen. Auch aus diesem Grund wurden sie vor etlichen Jahren verboten.

Die drei Frauen, die sich nach dem Brand in Krefeld gemeldet haben, sollen laut Polizei die Lampions im Internet bestellt haben. Sie haben nach eigener Darstellung geglaubt, dass es an Silvester erlaubt sei, sie steigen zu lassen. Die 30 bis 60 Jahre alten Frauen seien nach dem Unglück am Boden zerstört.

Ein Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungsgesellschaft sagte: „Die private Haftpflichtversicherung übernimmt auch fahrlässig verursachte Schäden. Ausgeschlossen sind nach unseren Musterbedingungen vorsätzlich herbeigeführte Schäden.“ Sie haftet also – gängige Versicherungsbedingungen vorausgesetzt – nur dann nicht, wenn ein Vorsatz nachweisbar ist. dpa

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