Welt und Wissen

Verkürzungstrend birgt Risiken

Archivartikel

Berlin.Das Motto der Digital-Konferenz re:publica „tl;dr – too long; didn’t read“ gehört maßgeblich zur Kultur des Netzes. Der Trend der Verkürzung sei ein Überlebens-Werkzeug im Netz, sagte Forscherin und Analystin Nanjira Sambuli gestern in Berlin. Sie ist politische Botschafterin der von dem Erfinder des World Wide Web, Tim Berner Lee, gegründeten Web Foundation.

Bei der Flut der Informationen sei Kürze ein Kompromiss, so Sambuli. Der Trend werde aber immer wieder von Regierungen oder Organisationen missbraucht. „Risiken und ernsthafte Bedrohungen, gerade auch bei großen Social-Media-Plattformen, kommen auf uns zu“, warnte Sambuli. Kurze Statements in 140 Zeichen auf der einen Seite und ellenlange Fußnoten auf der anderen, die kaum mehr jemand liest – die potenzielle Gefahr von Verschleierungen steige damit.

Indem die Nutzer die Bedingungen akzeptierten, gestehen sie ein, dass sie keine andere Wahl haben, als den Anbietern oder Plattformbetreibern zu vertrauen – und das mit potenziell ernsthaften Folgen. „Es ist an der Zeit, die Art von Organisationen, die wir für dieses Zeitalter benötigen, neu zu gestalten, zu reformieren und aufrechtzuerhalten.“ 

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