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Umfrage Ein Großteil der Menschen fürchtet deutliche Einbußen nach der Erwerbstätigkeit / Angebot im Internet sagt Entwicklung voraus

Versicherer heizen Debatte um längeres Arbeiten an

Berlin.Angesichts des wachsenden Drucks auf die gesetzliche Rente plädiert die deutsche Versicherungswirtschaft für eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Eine Erhöhung auf 68 oder 69 Jahre ab 2030 beziehungsweise 2040 dürfe angesichts einer steigenden Lebenserwartung nicht tabu sein, sagte Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), gestern in Berlin. An diesem Mittwoch startet eine Rentenkommission der Bundesregierung. Das Absicherungsniveau der gesetzlichen Rente könne künftig höher gehalten werden und die Beiträge müssten nicht zu stark steigen, wenn die Menschen etwa bis 69 arbeiten, sagte Oliver Ehrentraut vom Institut Prognos, das die Entwicklung im Auftrag des GDV untersucht hatte.

Forderung von Wolfgang Schäuble

GDV und Prognos stellten ein Internet-Angebot („Rentenminister“) vor, mit dem jeder die wahrscheinliche Entwicklung der gesetzlichen Rente bei bestimmten Vorgaben prüfen können soll. Stellschrauben dabei sind der Beitragssatz, das Rentenniveau, die Lebensarbeitszeit und der Steuerzuschuss. Ehrentraut sagte: „Längeres Arbeiten bringt Entlastung und hilft dem System.“ Unter anderem bereits der damalige Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte mit der Forderung, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, Kritik einstecken müssen.

Ein Großteil der Deutschen erwartet, im Rentenalter mit wenig Geld auskommen zu müssen. Vier von fünf Beschäftigten gehen laut einer Umfrage im Auftrag des DGB davon aus, dass sie im Alter „gar nicht“ oder nur „gerade so“ zurechtkommen, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet. Besonders ausgeprägt sind die Sorgen demnach bei Frauen mittleren Alters, bei Beziehern geringer Einkommen, bei Beschäftigten in Teilzeitarbeit und bei Menschen mit unsicheren Beschäftigungsperspektiven. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte dem Blatt, die Umfrage offenbare ein großes Maß an Verunsicherung. Sie forderte, die Politik müsse jetzt dringend für mehr Sicherheit sorgen und für ein gutes Leistungsniveau auch auf lange Sicht.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wertete die Umfrageergebnisse als alarmierendes Zeichen. Die gesetzliche Rente müsse gestärkt werden. Der Bund der Steuerzahler (BdST) verlangte, „einen tragfähigen Interessenausgleich zwischen Rentnern und Beitragszahlern zu finden“.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will die Vorschläge der Rentenkommission der Regierung noch in dieser Legislaturperiode gesetzlich umsetzen.

In den kommenden Jahren geht die Generation der Babyboomer schrittweise in Rente, zugleich werden die Menschen auch immer älter. Es dürfte also deutlich weniger Beitragszahler, aber mehr Rentner und dazu längere Rentenbezugszeiten geben. 

Info: Infos im Internet: https://rentenminister.gdv.de 

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