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Viele neue Besitzer seit Wende

Die Werft-Standorte Wismar und Warnemünde erlebten nach der Wiedervereinigung von 1990 mehrere Besitzerwechsel. Bis 2002 hatten die Treuhandanstalt, die Bremer Vulkan AG und der norwegische Kvaerner-Konzern das Sagen, dann verschmolzen beide Standorte unter dem Dach der norwegischen Aker-Gruppe. 2008 wurden die Werften zusammen mit einer ukrainischen Werft für knapp 292 Millionen Euro mehrheitlich an die russische Investmentgesellschaft FLC West verkauft und hießen dann Wadan Yards. Die Wirtschaftskrise, rückläufige Frachtmengen und Auftragsflaute im Schiffbau führten in Finanznöte. 2009 kam die Insolvenz. Für 40 Millionen Euro stieg Witali Jussufow ein, der Sohn des früheren russischen Energieministers Igor Jussufow. Ihm gelang es zunächst, Schiffbauaufträge zu gewinnen und mit Umspannplattformen im Offshore-Geschäft Fuß zu fassen.

Die 1948 gegründete Volkswerft Stralsund ging 1993 an Vulkan. Die stabilste Phase erlebte sie unter dem dänischen Eigentümer A.P. Møller-Maersk zwischen 1998 und 2007. Anschließend kam die Hegemann-Gruppe. 2010 stellten sich die Werften in Stralsund und Wolgast unter dem Namen P+S-Werften neu auf. Nach Problemen bei Finanzierungen und beim Bau zweier Fähren folgte 2012 die Insolvenz. 2014 übernahm Nordic Yards die Stralsunder Werft für fünf Millionen Euro. 2016 übernahm der Konzern Genting, der zuvor die Lloyd-Werft Bremerhaven gekauft hatte, für 230 Millionen Euro die Standorte Wismar, Warnemünde und Stralsund. dpa