Welt und Wissen

Weltweit absackende Städte

Archivartikel

Wie Indonesiens Hauptstadt Jakarta werden auch andere Gegenden weltweit durch den steigenden Meeresspiegel bedroht oder sinken. Die Gegenmaßnahmen schauen unterschiedlich aus.

Venedig: Wissenschaftler warnen seit langem vor den Folgen des Klimawandels für die auf Pfählen erbaute italienische Welterbe-Stadt. Ebbe, Flut und Wellenbewegungen durch Schiffe nagen an den Bauten der Touristenattraktion. Zudem sackt der Boden in Venedig ab. Barrieren in der Lagune sollen in Zukunft besser vor Hochwasser schützen. Doch der Bau wurde durch Korruption, Planungsschwächen und Querelen verzögert.

Ruhrgebiet: Was der Kohleregion über Jahrhunderte zum Wohlstand verhalf, zeigt heute seine Schattenseiten. Durch verlassene, eingestürzte Stollen sank die Erde stellenweise um bis zu 25 Meter. Hunderte Pumpen sind in Nordrhein-Westfalen täglich in Betrieb – ohne sie stünde fast ein Fünftel des Ruhrgebiets unter Wasser. 100 Millionen Euro jährlich kostet das Abpumpen von Grubenwasser laut Gutachten.

Tokio: Hoher Wasserbedarf in der Industrie führte zu Beginn der Industrialisierung zu einer Ausbeutung des Grundwassers. Die Stadt drohte stark zu sinken, in den 1960ern um bis zu 20 Zentimeter pro Jahr. Auch das Bevölkerungswachstum der japanischen Metropolregion spielte eine Rolle. Schließlich wurde die Förderung von Grundwasser reguliert. Heute bezieht Tokio viel Wasser aus den Bergen.

New Orleans: Die US-Stadt unweit des Golfs von Mexiko am Mississippi sinkt jährlich bis zu fünf Zentimeter. Das zeigen von der Weltraumbehörde Nasa ausgewertete Satellitenbilder. Mit Pumpen und Fluttoren schützt sich die von Hurrikanen bedrohte Stadt gegen Wassermassen. Etwa zwei Drittel liegen auf oder unterhalb des Meeresspiegels. dpa

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