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Wien zahlt bis zu 90 Prozent

Archivartikel

In Österreich geht man nicht in Rente, sondern in Pension. Und die Rentner werden Pensionisten genannt. Die Renten sind im Allgemeinen Pensionsgesetz geregelt, es gibt verschiedene Versicherungsgruppen – etwa für Angestellte und Freiberufler. Insgesamt gibt es vier Pensionsversicherungsträger: für Arbeitnehmer, für Beschäftigte bei der Eisenbahn und im Bergbau, für Gewerbetreibende und für Landwirte und Landwirtinnen.

Wer durchgehend Beiträge –ab dem 20. Lebensjahr – gezahlt hat, hat Anspruch auf eine Rente von gut 90 Prozent seines Durchschnittsverdiensts. Zentrales Prinzip des österreichischen Rentensystems ist die Aufrechterhaltung des Lebensstandards. Anspruchsberechtigt sind Personen, wenn sie das Rentenalter erreichen, arbeits- oder erwerbsunfähig werden.

Eine Studie der OECD aus dem Jahr 2017 zeigt, dass Österreich leichte Fortschritte beim faktischen Antrittsalter gemacht hat – heute geht der Österreicher mit etwa 62 Jahren in Rente, die Österreicherin mit durchschnittlich 60,6 Jahren. Lange war Österreich einer der Spitzenreiter bei Frührente.

Lange Pensionszeit

Die Absicherung gegen Altersarmut ist im Vergleich zu anderen Industriestaaten gut. Allerdings bräuchte es angesichts der stark alternden Bevölkerung viel einschneidendere Reformen.

Im Jahr 2015 kamen in Österreich 31 über 64-Jährige auf 100 Personen im arbeitsfähigen Alter (20 bis 64 Jahre). Im Jahr 1975 waren es noch 27 Ältere gegenüber 100 potenziell Aktiven. Bis zum Jahr 2050 sollen es gemäß OECD aber 59 und bis 2075 gar 63 Senioren pro 100 Erwerbsfähige sein. Somit müssten künftig weniger als zwei Beitragszahler einen Rentner finanzieren.

Die Lebenserwartung steigt zudem weiter, und in 30 Jahren könnten Seniorinnen bereits 25 Jahre in Rente verbringen.

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