Welt und Wissen

Wohnungen als Lockmittel

Angesichts knapper Wohnungen in vielen Städten will die Deutsche Bahn neue Mitarbeiter verstärkt mit günstigen Unterkünften locken. „Bezahlbare Mieten sind für unsere Mitarbeiter ein großes Thema geworden“, sagte Personalvorstand Martin Seiler. Der größte deutsche Staatskonzern will deshalb eine „Wohnraumoffensive“ starten, wie ein Sprecher sagte. So will das Unternehmen mehr Wohnungen für Beschäftigte anmieten oder durch Belegungsrechte sichern, zudem soll auf Bahnflächen gebaut werden.

Dabei war die Bahn einmal einer der größten Wohnungsbesitzer in Deutschland. 170 000 Wohnungen besaßen Bundesbahn und Reichsbahn, viele in Ballungsräumen. Viele dieser Eisenbahnersiedlungen gehören heute großen privaten Immobilienkonzernen. Denn nachdem die Bahn in den 1990ern von einer Behörde in ein Unternehmen umgewandelt worden war, verkaufte sie Wohnungen im großen Stil. Auch in Mannheim wurden circa 1150 Eisenbahnerwohnungen verkauft, Ende des Jahres 2000 an die Deutsche Annington, die wenig später die Mieten erhöhte. Im Jahr 2015 ließ Annington rund 100 Wohnungen vor allem auf der Hochstätt und in Neckarau energetisch modernisiert.

Zuschüsse zur Miete

Auszubildende und Dual-Studenten der Bahn bekommen beispielsweise in München schon jetzt bis zu 350 Euro Mietzuschuss. 900 in der Regel angemietete Wohnungen hält die Bahn in Hamburg, Köln, Frankfurt, Mainz, Stuttgart und München. 70 weitere solcher Wohnungen sollen bis Jahresende in der bayerischen Landeshauptstadt hinzukommen. dpa/malo

Zum Thema