Welt und Wissen

Zeichen gegen Rassismus

Ob Seminare, Infoveranstaltungen oder Exkursionen: Schulen in Mannheim und der Umgebung engagieren sich auf unterschiedliche Art und Weise gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Ein Beispiel dafür ist das Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium im Mannheimer Stadtteil Neckarau. Dessen Schülergremium, die SMV, hat einen eigenen Arbeitskreis Politik. Dieser veranstaltet regelmäßig Aktionen zu bestimmten Gedenktagen.

Ein Mitglied ist Johanna Dörsam. Die 16-Jährige und ihre Mitschüler erinnerten im vergangenen November mit einer Aktion an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938. Unter anderem haben sie Tonaufnahmen von damals abgespielt. „Wir wollten damit anschaulich machen, was damals passiert ist“, sagt sie. In der Reichspogromnacht töteten die Nationalsozialisten hunderte Juden, zündeten Synagogen und Geschäfte an. Nach den Übergriffen wurden tausende Juden in Konzentrationslager verschleppt und ermordet.

Auszeichnung für Einsatz

Auch in der Justus-von-Liebig-Schule gebe es zahlreiche Projekte gegen Rechtsextremismus, teilte ein Lehrer auf Anfrage mit. Darunter seien ein Kunstprojekt zum Thema Vielfalt und Toleranz, ein internationales Frühstück oder die Erforschung des jüdischen Lebens in Mannheim während des Dritten Reiches.

Im April wurde die Justus-von-Liebig-Schule mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Schule einmal im Jahr ein Projekt gegen Rassismus startet. Dafür können von den Schulen Fördermittel beantragt werden. In Deutschland gibt es fast 3000 ausgezeichnete Schulen.

Weitere Schulen in Mannheim, die den Titel tragen, sind nach Angaben der Stadt zum Beispiel die Geschwister-Scholl-Schulen, die Friedrich-List-Schule und die Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule. In Südhessen hat etwa das Goethe-Gymnasium in Bensheim die Auszeichnung bekommen. Dort warben im November die Schüler mit einer Vorleseaktion für Toleranz und positionierten sich gegen Fremdenhass. Auch in Schwetzingen setzten Schulen ein Zeichen gegen radikales Gedankengut. Im Dezember 2018 zündeten Schüler und Lehrer der Carl-Theodor- und Ehrhart-Schott-Schule Kerzen an, die von oben betrachtet den Spruch „Hass ist krass, Liebe ist krasser“ ergaben.

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