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Zeitung deckte Skandal auf

Archivartikel

Berichte über sexuelle Übergriffe des US-Filmproduzenten Harvey Weinstein haben unter dem Schlagwort #MeToo eine Debatte über Missbrauch und Sexismus ausgelöst. Sie breitet sich weltweit aus und geht über die Film- und Fernsehbranche hinaus.

Ein Artikel der „New York Times“ bringt den Skandal im Oktober 2017 ans Licht. Schauspielerinnen werfen dem Produzenten sexuelle Belästigung vor. Er wird von seinem Filmstudio entlassen und aus der Oscar-Akademie ausgeschlossen. Mittlerweile ist er wegen mehrerer Sexualdelikte angeklagt, bestreitet die Vorwürfe jedoch. Der 67-jährige Weinstein und der Vorstand des von ihm mitgegründeten Filmstudios haben sich inzwischen mit mutmaßlichen Opfern und Gerichten auf eine Zahlung von 44 Millionen Dollar (etwa 39 Millionen Euro) verständigt.

Gesetz reformiert

Mehr als 80 Frauen werfen dem Ex-Filmmogul sexuelle Übergriffe vor, darunter namhafte Schauspielerinnen. Bei dem Verfahren geht es um Vorfälle aus den Jahren 2006 und 2013.

Der deutsche Gesetzgeber reagierte bereits 2016 unter dem Leitsatz „Nein heißt Nein“ und reformierte das Sexualstrafrecht. Für eine Verurteilung wegen eines sexuellen Übergriffs reicht es seit der Reform aus, wenn sich der Täter über den «erkennbaren Willen» des Opfers hinwegsetzt. Beim Thema Sexismus löst der Hashtag #Aufschrei 2013 ebenfalls eine heftige Debatte aus. Der #Aufschrei ging hauptsächlich durch Deutschland.

Ausgelöst wurde er durch einen Tweet von Medienberaterin Anne Wizorek: „wir sollten diese erfahrungen unter einem hashtag sammeln. ich schlage #aufschrei vor.“ Sie antwortete auf einen Tweet der Autorin Nicole von Horst, die über Belästigung berichtete. 

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