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Rehabilitation Seelische Belastungen stehen als Ursache langfristiger Arbeitsunfähigkeit bereits an zweiter Stelle / Kopplung mit physischen Erkrankungen

Zunehmend Ausfälle wegen psychischer Störungen

Berlin.Die Deutsche Rentenversicherung steht in erster Linie für die Altersbezüge der rund 21 Millionen Ruheständler im Land. Weniger Beachtung findet, dass auch Rehabilitationsleistungen mitversichert sind, um akut erkrankten Beschäftigten die Rückkehr ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Immerhin 6,4 Milliarden Euro gab die Rentenversicherung dafür im vergangenen Jahr aus.

Andreas ist 48 Jahre alt und von Beruf Lehrer. Er leidet unter Atemproblemen, Schweißausbrüchen sowie psychischen Beeinträchtigungen wie Schwindel und Angst vor Kontrollverlust. Seit zwölf Monaten ist Andreas deshalb krankgeschrieben. Der Arzt hat eine generalisierte Angststörung diagnostiziert und regt eine stationäre Reha an. Es folgen fünf Wochen mit Gruppen- und Bewegungstherapie, in denen der Betroffene seine Belastbarkeit steigern und wieder ein positives Lebensgefühl entwickeln kann.

Überwiegend stationär

Der Fall ist einer von über einer Million medizinischen Rehabilitationen, die die Deutsche Rentenversicherung im Jahr 2016 durchgeführt hat. Etwa 85 Prozent waren stationär, der Rest ambulant. Dafür verfügt die Rentenversicherung bundesweit über 93 eigene Einrichtungen. Hinzu kommen einige hundert Vertragskliniken, die mit Trägern der Rentenversicherung einen Belegungsvertrag abgeschlossen haben. Darüber hinaus gab es knapp 157 000 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Sie reichten von speziellen Sicherheitsschuhen bis hin zu Umschulungsmaßnahmen für Beschäftigte, die ihren Beruf zum Beispiel wegen einer Hautallergie nicht mehr ausüben konnten.

„Bei dem größten Anteil der Rehabilitanden wird das Ziel einer dauerhaften Erwerbsfähigkeit erreicht“, sagt die zuständige Direktorin der Rentenversicherung, Brigitte Gross. So seien innerhalb der ersten 24 Monate nach einer medizinischen Reha 86 Prozent der Betroffenen weiter erwerbsfähig. Wer nicht mehr weitermachen könne, bekomme entweder eine Erwerbsminderungsrente oder eine Altersrente.

Einen Schwerpunkt der Rehabilitation bilden psychische Störungen. Im Jahr 2015 lagen sie bereits an zweiter Stelle bei den Erkrankungen, die mit einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als sechs Wochen verbunden waren.

Angebote für Kinder

Der Fall von Andreas zeigt, dass solche Leiden zusammen mit anderen Erkrankungen auftreten können. Der Rentenversicherung zufolge ist davon mittlerweile jeder fünfte Rehabilitand betroffen. „So kann jemand, der wegen einer Krebserkrankung in der Reha ist, zusätzlich an einer depressiven Störung leiden“, erläutert Gross.

An Bedeutung gewinnt zudem die „Kinder-Reha“, nachdem die Bundesregierung diese vormals ausschließlich stationäre Leistung im vergangenen Jahr per Gesetz auf den ambulanten Bereich ausgeweitet hat. Im Jahr 2016 wurden 35 000 Anträge bewilligt. Auch bei Kindern nehmen psychische Störungen zu. „Der Vorteil einer ambulanten Reha ist, dass sie in Wohnortnähe stattfindet“, sagt Gross. Bei der Kinder-Reha gehe es darum, die Leistungsfähigkeit der Kinder wiederherzustellen, um ihnen die schulische Ausbildung und den späteren Eintritt ins Erwerbsleben zu sichern, so Gross.

Auch Andreas möchte nach seiner erfolgreichen Rehabilitation den Lehrerberuf nicht missen. „Vor allem geht es mir besser, und ich nehme mich wieder als Mensch wahr“, sagt er nach seiner Reha.

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