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Zwischen Skepsis und Hoffnung

Die jemenitische Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Tawakkul Karman erwartet bei den Friedensgesprächen für das Bürgerkriegsland Jemen keinen Durchbruch. „Ich gehe davon aus, dass die Konfliktparteien die Gespräche ohne eine umfassende Lösung für einen nachhaltigen Frieden beenden werden“, erklärte die 39 Jahre alte Friedensnobelpreisträgerin. Für denkbar hält sie allenfalls Fortschritte wie einen Gefangenenaustausch.

Jemens international anerkannte Regierung und die Huthi-Rebellen verhandeln seit gestern in Stockholm über eine Lösung für den Konflikt. Beide Seiten bekämpfen sich seit etwa vier Jahren. Die Regierung wird von einer saudisch geführten Koalition unterstützt. Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in den Rebellen einen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran.

Fehlende Vision

Generell begrüße sie die Gespräche, erklärte Karman. UN-Vermittler Martin Griffiths fehle es aber an einer umfassenden Vision für einen dauerhaften Frieden. Er schlage nur Teillösungen vor. „Jeder Friedensplan müsste einen sofortigen Waffenstillstand in allen Gebieten beinhalten, ansonsten ist er zum Scheitern verurteilt.“

Karman forderte die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf die ausländischen Mächte auszuüben, die im Jemen aktiv sind. „Die externen Parteien, die aufgrund ihrer giergetriebenen Ambitionen nicht möchten, dass der Krieg aufhört, sind nach wie vor die größten Hindernisse für Frieden im Jemen“, erklärte sie.

Die Journalistin gehörte im Jahr 2011 während der arabischen Aufstände zu den wichtigsten Aktivistinnen im Jemen. Für ihr Engagement erhielt sie im selben Jahr den Friedensnobelpreis. Karman hatte zuletzt Saudi-Arabien wiederholt scharf kritisiert, etwa im Fall des in Istanbul getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi. 

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