Wirtschaft

Investitionen Bosch und Philip Morris bauen neue Fabriken / Rund 1200 Arbeitsplätze sollen bis 2019 dort entstehen

1,3 Milliarden fließen nach Dresden

Dresden.Bosch baut für rund eine Milliarde Euro eine neue Chipfabrik in Sachsen. Das Werk soll Chips für vernetzte Geräte im Internet der Dinge sowie für die Autoindustrie produzieren. Der Freistaat habe sich in einer globalen Auswahl gegen andere Standorte durchgesetzt, sagte Bosch-Geschäftsführer Dirk Hoheisel. Der Bund will das Projekt in den kommenden drei Jahren mit bis zu 200 Millionen Euro fördern, erklärte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Matthias Machnig.

Bosch ist bereits einer der weltgrößten Anbieter von Sensoren, die Bewegung, Druck oder Temperatur erkennen. Der Konzern entwickelt als Zulieferer auch Technologie für selbstfahrende Fahrzeuge. Es sei eine grundsätzliche Entscheidung, die Produktion der Chips in eigener Hand zu behalten, betonte Hoheisel. Andere Unternehmen wie zum Beispiel Apple entwickeln zwar auch eigene Chips, aber lassen sie dann von Auftragsfertigern herstellen.

"Wir haben wirklich weltweit geschaut und uns dann für Dresden entschieden ", sagte Hocheisel. Den Ausschlag hätten dabei nicht nur Fördergelder gegeben, sondern unter anderem auch die Nähe zu Forschungseinrichtung und die Erfahrung der Region im Halbleiterbereich, betonte er. In dem Werk sollen rund 700 Arbeitsplätze entstehen. Machnig betonte, für eine "digitale Souveränität" Europas müssten Schlüsseltechnologien wie Halbleiter auch hier produziert werden. Dem Vernehmen nach waren aber auch Singapur und New York im Rennen.

Werk für E-Zigaretten

Bosch ist nicht das einzige Unternehmen, das sich für Dresden entschieden hat. Der Tabakkonzern Philip Morris investiert 320 Millionen US-Dollar (knapp 290 Millionen Euro) in den Bau einer neuen Fabrik in der Stadt. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen dort ab dem Jahr 2019 rund 500 Beschäftigte Tabaksticks für neuartige E-Zigaretten produzieren. Mit dem Bau der Fabrik soll Ende kommenden Jahres begonnen werden.

"Die Investition ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg in eine rauchfreie Zukunft", erklärte Stacey Kennedy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Philip Morris GmbH. Der Marlboro-Hersteller, der in Dresden bereits die f6-Cigarettenfabrik betreibt, will mit seinem angeblich weniger gesundheitsschädlichen elektronischen Tabak-erhitzer-System IQOS Marktanteile sichern. dpa