Wirtschaft

Mobilfunk Regierung und Betreiber schließen Vertrag: Bis Ende 2020 müssen 99 Prozent der Haushalte versorgt sein

1400 neue Masten gegen Funklöcher

Archivartikel

Berlin.Mit einem Ausbau des Netzes sollen Funklöcher für Handynutzer in Deutschland vor allem auf dem Land verringert werden. Der Bund schloss Verträge mit den Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach von einer „Ausbauoffensive“.

Im vergangenen Sommer hatten die Betreiber und der Bund in einer Vereinbarung die Absicht erklärt, dass bis Ende 2021 durch neu zu errichtende Mobilfunkstandorte künftig 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland eine LTE-Versorgung erhalten sollen. Diese Zusage wurde nun durch die am Donnerstag geschlossenen Verträge rechtlich verbindlich gemacht.

Im Gegenzug ermöglicht der Bund den Betreibern nun laut Ministerium, ihre Zahlungspflichten aus der 5G-Frequenzauktion 2019 mit jährlichen Raten bis 2030 zu strecken. Im Juni waren 5G-Frequenzblöcke versteigert worden, und zwar an die vier Provider Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch. Sie zahlten insgesamt 6,55 Milliarden Euro.

Scheuer sagte, für die neuen Ziele sollten mehr als 1400 neue Mobilfunkmasten errichtet werden. „Das ist ein klares Signal, dass der Mobilfunkausbau in bislang unterversorgten Regionen mit voller Kraft vorangetrieben wird.“

Konkret sieht der Vertrag eine Versorgung von 99 Prozent der Haushalte bundesweit bis Ende 2020 vor und von 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland bis 2021 – also auch in Flächenländern. Damit soll die Versorgung gerade in ländlichen Räumen verbessert werden. Allerdings beziehen sich die Ausbauziele auf die Zahl der Haushalte – und nicht auf die Fläche.

Bereits jetzt gilt für die Betreiber eine Verpflichtung, bis 2020 98 Prozent der Haushalte mit mobilem Breitband zu versorgen. Diese Bedingung war ihnen 2015 auferlegt worden. Nun sollen es 99 Prozent der Haushalte sein. Scheuer hatte 2018 gesagt, damit könnten eine halbe Million Haushalte zusätzlich angeschlossen werden.

Kooperation bei Technik

Beim nun beschlossenen Ausbau wollen die Betreiber zusammenarbeiten. Die geplanten 1400 zusätzliche Masten sollen von allen Betreiber genutzt werden können. Im Zusammenhang mit der 5G-Auktion hatte es bereits Ausbauvorgaben gegeben, zum Beispiel zur Versorgung an Autobahnen, Bundes- und Landstraßen sowie Zugstrecken und wichtigen Wasserstraßen.

Der Vorstandsvorsitzende von Telefónica Deutschland, Markus Haas, sprach von einer guten Nachricht für die Kunden im O2-Netz. Der Vorstandschef von 1&1 Drillisch, Ralph Dommermuth, sagte, dass der Ausbau in Kooperation mit den drei anderen Netzbetreibern geschehe, sei ein erster und wichtiger Schritt. Der Chef von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter, sagte, mit dem Mobilfunkpakt werde die Ausbaugeschwindigkeit deutlich erhöht. Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner betonte: „Ein Jahr nach dem Mobilfunkgipfel haben wir einen entscheidenden Schritt gemacht, um Funklöcher zu schließen.“

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