Wirtschaft

Auto II Daimler stellt ersten vollelektrischen Stadtbus vor / Serienfertigung in Mannheim

150 Kilometer ohne Steckdose

Mainz.Daimler setzt bei seinen Elektrobus-Plänen auf schnelle Fortschritte in der Batterietechnik – und auf die Brennstoffzelle. Mit einer Kombination aus beidem werde es in einigen Jahren gelingen, herkömmliche Stadtbusse mit Verbrennungsmotor nahezu vollständig zu ersetzen, betonte der Konzern gestern bei der Präsentation des neuen eCitaro in Mainz. Das ist der erste komplett batteriebetriebene Stadtbus von Mercedes-Benz, der Ende des Jahres im Werk in Mannheim in Serie gehen soll.

Bisher für kleine Netze geeignet

Zum Einstieg soll der eCitaro laut Daimler auch unter ungünstigen Bedingungen rund 150 Kilometer schaffen, ohne dass er zwischendurch wieder aufgeladen werden muss. „Das ist ein in jeglicher Hinsicht vollwertiges und elektrifiziertes Fahrzeug“, betonte der Chef der Bussparte, Till Oberwörder. Für alle Einsatzzwecke eignet sich der eCitaro zumindest in der ersten Generation allerdings noch nicht. Gemessen an den Anforderungen, die Verkehrsbetriebe üblicherweise an ihre Busse stellen, lassen sich etwa 30 Prozent aller Einsätze damit ohne Zwischenladung abdecken – vor allem also zum Beispiel kleinere Teilnetze. Schritt für Schritt will Daimler diesen Wert in den kommenden Jahren steigern.

Bestellung aus mehreren Städten

Daimler will nun Ende des Jahres mit der Serienfertigung beginnen und dann die ersten Busse ausliefern. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH wird der erste Kunde sein und die Fahrzeuge im Alltagsbetrieb erproben. Auch Hamburg und Berlin haben aber schon Busse bestellt. Konkurrent MAN hat für die IAA im Herbst einen Prototyp seines Stadtbusses Lion’s City E angekündigt, der im Anschluss in verschiedenen europäischen Städten erprobt werden soll.