Wirtschaft

Lufthansa Ringen um Sparpaket / Kritik aus der Opposition an Staatshilfen

22 000 Stellen auf der Kippe

Archivartikel

Frankfurt.Lufthansa und die Gewerkschaften ringen weiter um ein Sparpaket für die angeschlagene Fluggesellschaft. Tausende Stellen sind bedroht. Lufthansa bezifferte den rechnerischen Überhang auf 22 000 Vollzeitstellen, wie das Unternehmen am Mittwoch nach einem Tarifgipfel mitteilte.

Ziel sei es, durch Kurzarbeit und Krisenvereinbarungen möglichst betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Lufthansa-Personal-Vorstand Michael Niggemann sagte, man setze alles daran, mit den Tarifpartnern bis zum 22. Juni zu konkreten Ergebnissen zu kommen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bekräftigte ihre Bereitschaft zu Zugeständnissen in Höhe von 350 Millionen Euro. Für den einzelnen Piloten bedeute dies einen Gehaltsverzicht von bis zu 45 Prozent. „Im Gegenzug erwarten wir einzig vom Konzernvorstand, dass er sich zu seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekennt“, erklärte VC-Präsident Markus Wahl.

Aus der Politik kommt Kritik an den geplanten Staatshilfen. „9 Milliarden für ein Unternehmen, das 4 Milliarden wert ist, und Verzicht auf jede Mitsprache. Wenn die Lufthansa 22 000 Arbeitsplätze streichen sollte, ist die Bundesregierung verantwortlich!“, schrieb Linken-Parteichef Bernd Riexinger auf Twitter. Aus Sicht von Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat das Rettungspaket fatale Auswirkungen, weil es keine Sicherheiten für die Beschäftigten enthalte. Zudem seien keine harten Vorgaben zum Klimaschutz gemacht worden. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums betonte: „Ohne das Unterstützungspaket der Bundesregierung hätte das Unternehmen keine Zukunft.“ 

Zum Thema