Wirtschaft

Industrie- und Handelskammertag Hohe Nachfrage vor allem bei Dienstleistungen und Handwerk

500 000 neue Jobs erwartet

Archivartikel

Berlin.Trotz der Bremsspuren beim Wirtschaftswachstum setzt sich der Beschäftigungsaufbau in Deutschland nahezu ungebrochen fort. Nach einem Plus von 580 000 Stellen in diesem Jahr rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für 2019 nochmals mit 500 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Das geht aus einer Umfrage des Verbandes unter rund 27 000 Unternehmen hervor, die dieser Zeitung vorliegt.

Maßgeblich verantwortlich für die gute Entwicklung ist demnach der Dienstleistungssektor. Allein hier wird mit 120 000 Neueinstellungen gerechnet. Mit jeweils 90 000 zusätzlichen Jobs folgen Handel, Verkehr und Gastgewerbe sowie der Industriesektor. Im ohnehin starken Baugewerbe wird mit 50 000 neuen Stellen kalkuliert. Ausweislich der Umfrage wächst die Beschäftigung damit schon das vierzehnte Jahr in Folge. „Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich im Jahresverlauf deutlich verschlechtert. Dies schlägt sich bisher aber nur bedingt in den Beschäftigungsabsichten nieder“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer im Gespräch mit dieser Zeitung. Grund für die weiter hohe Nachfrage sei nicht zuletzt der Mangel an qualifizierten Fachkräften. „Händeringend suchen die Unternehmen nach Personal. Das Risiko hat für die Unternehmen nochmals an Schärfe zugenommen.“ Mittlerweile würden 62 Prozent darin ein Risiko für ihre Geschäfte sehen.

Appell an Bundesregierung

Auch angesichts des demografischen Wandels wollten die Betriebe sich gute Fachkräfte sichern und halten. Dementsprechend hätten die Beschäftigungsabsichten in den letzten Jahren gedämpft auf konjunkturelle Schwankungen reagiert, erläuterte Schweitzer. Zugleich mahnte er die Bundesregierung zu verstärkten Anstrengungen bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels. Dazu gehörten auch einfachere Regelungen für die Zuwanderung von Fachkräften, besonders für beruflich Qualifizierte.