Wirtschaft

Recht EU-Verordnung regelt Höhe der Ansprüche

600 Euro als Ausgleich möglich

Archivartikel

Mannheim.Die Fluggastrechte-Verordnung der Europäischen Union regelt genau, wann im Luftverkehr eine Entschädigung für Ausfälle oder Verspätungen gezahlt wird.

Gültigkeit: Die Verordnung gilt für alle von einem EU-Flughafen abgehenden Flüge. Für Flüge von einem Drittstaat zu einem Flughafen in die EU ist sie gültig, wenn die Fluglinie ihren Sitz in einem EU-Land hat.

Betreuung: Verschiebt sich der Start je nach Flugstrecke um mindestens zwei, mehr als drei oder vier Stunden, müssen die Airlines die Fluggäste kostenlos betreuen, mit Mahlzeiten und Erfrischungen. Außerdem stehen ihnen zwei Telefongespräche oder E-Mails zu.

Ausgleichszahlungen: Ab einer Verspätung von mindestens drei Stunden, und wenn die Verspätung nicht auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, werden fällig:

Ansprüche innerhalb der EU: Bei einem Flug, der in Europa startet und landet: bis 1500 Kilometer – 250 Euro mehr als 1500 Kilometer – 400 Euro

Erweiterte Ansprüche: bei einem Flug, der in Europa startet und außerhalb Europas landet oder umgekehrt: bis 1500 Kilometer – 250 Euro 1500 bis 3500 Kilometer – 400 Euro mehr als 3500 Kilometer – 600 Euro

Einschränkungen: Auf Langstrecken über 3500 Kilometer kann sich die Höhe der Ausgleichszahlung halbieren, wenn das Ziel zwischen drei und vier Stunden verspätet erreicht wird.

Höhere Gewalt: Der Grund für die Verzögerung muss durch die Airline verschuldet sein. Bei außergewöhnliche Umständen wie Unwetter oder medizinischen Notfällen ist das Unternehmen nicht in der Pflicht. Auch nach der Sicherheitspanne am letzten Juniwochenende am Flughafen München können die Fluggäste keinen Ausgleich erwarten.

Streiks: Ein Streik des Flughafenpersonals oder der Besatzung ist ein Fall von höherer Gewalt. Reisenden steht kein Ausgleich zu. So hat der irische Billigflieger Ryanair angekündigt, für Flugausfälle und -verspätungen infolge des aktuellen Streiks keine Entschädigungen zu zahlen. Das gilt aber nur, wenn die Fluggesellschaft alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um die Ersatzbeförderungen zu ermöglichen.

Annulierungen: Ausgleichszahlungen entfallen, wenn die Annullierung rechtzeitig vor Abflug mitgeteilt wurde oder wenn die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht. be