Wirtschaft

Überfälliger Schritt

Vollzeit, Teilzeit und zurück: Bisher ist das für viele nur ein Wunschgedanke. Allzu oft lässt eine Reduzierung der Stunden die Teilzeit-Falle zuschnappen. Die Rückkehr zur vollen Stelle bleibt verwehrt – etwa weil der Arbeitgeber es nicht ermöglicht oder weil eine Ganztags-Kinderbetreuung fehlt. Das macht das Angebot zu einem zweischneidigen Schwert. Das Problem der fehlenden Betreuungsplätze kann die befristete Teilzeit zwar nicht lösen, trotzdem ist sie ein längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung.

So positiv die Offerte auf Teilzeit auch ist: Selten wird sie ohne Grund angenommen. In den meisten Fällen sind es Frauen, besonders Mütter, die ihre Stunden reduzieren – aufgrund der Lebenssituation reduzieren müssen. Für sie bedeutet Teilzeit aber auch: weniger Gehalt, weniger Aufstiegschancen und später weniger Rente. Frauen, die ihre Stunden aufstocken wollen, nachdem die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, sind bald keine Bittsteller mehr: Sie haben dann das Recht auf Mehrarbeit.

Das neue Gesetz bietet zudem die Möglichkeit – fern von Kindererziehung oder Angehörigenpflege – kürzerzutreten, wenn es die Lebensplanung vorsieht und spätestens nach fünf Jahren wieder Vollgas geben zu können. Nicht nur, dass damit die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit planbarer wird – das Gesetz könnte auch dazu beitragen, Teilzeit für Männer attraktiver zu machen. Immerhin würden laut einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zwei Drittel der männlichen Beschäftigten eine Reduzierung ihrer Wochenarbeitszeit begrüßen. Ein Hinderungsgrund war bisher der Karriere-Killer Teilzeit-Falle.

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