Wirtschaft

Jahresbilanz Schweizer Automationsunternehmen setzt auf Digitalisierung / Weniger Aufträge im klassischen Energienetz

ABB baut Geschäft dank Elektromobilität aus

Mannheim.Im Deutschlandgeschäft des Elektrotechnikkonzerns ABB hat es im vergangenen Jahr keine großen Ausschläge nach oben oder nach unten gegeben. Zwar konnte das Unternehmen einen Auftragseingang von 3,20 Milliarden Euro verzeichnen und damit die Nachfrage von 2016 um drei Prozent übertreffen. Aber mit Blick auf den Umsatz blieb das Unternehmen mit 3,26 Milliarden stabil.

Gleichwohl zeigte sich Vorstandschef Hans-Georg Krabe gestern in Mannheim zufrieden. Dank aktueller gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Trends wie Digitalisierung, Energiewende oder Elektromobilität sei das Unternehmen mit seinen etwa 10 500 Mitarbeitern in Deutschland gut aufgestellt. Der Schweizer Konzern beschäftigt etwa 136 000 Mitarbeiter in 100 Ländern.

Gefragte Ladestationen

Das zeige sich auch anhand der Zahlen, die sich in drei von vier Kernbereichen des Konzerns im Plus befinden. So konnte etwa die Division „Elektrifizierungsprodukte“ ein Auftragsplus von vier Prozent verzeichnen, der Umsatz stieg um zwei Prozent auf mehr als 1,3 Milliarden Euro. Das Geschäft wird vor allem durch die Wohnungsbaukonjunktur und den Ausbau der Elektromobilität angetrieben.

Vor allem mit Blick auf vernetzte Ladestationen sieht sich ABB gut gerüstet, so Krabe. Mit einem um drei Prozent gestiegenen Auftragsvolumen und einem Umsatzwachstum von elf Prozent auf 538 Millionen Euro entwickle sich auch die Division Robotik und Antrieb positiv.

Bei der Industrieautomation legte der Auftragseingang sogar um 27 Prozent zu, der Umsatz lag mit 653 Millionen Euro 16 Prozent höher als 2016. Das sei auch ein Grund, optimistisch auf das laufende Jahr zu blicken, sagte Krabe. „Hier sehen wir Impulse nach wie vor sehr stark aus den Bereichen Energiewende, aber auch aus dem Bereich Industrie 4.0“, betonte er.

Ausbleibende Großprojekte

Allerdings gibt es in der ABB-Bilanz 2017 auch einen bedeutenden Wermutstropfen. Mit Blick auf das Geschäft im klassischen Energienetz musste das Unternehmen einen Auftragsrückgang von 13 Prozent hinnehmen. Der Umsatz sank um 15 Prozent auf 733 Millionen Euro. Gründe für den Rückgang seien in erster Linie ausbleibende Großprojekte gewesen.

In der Rhein-Neckar-Region bleibe ABB ein starker Faktor, betonte ABB-Arbeitsdirektor Markus Ochsner. Von den insgesamt 10 500 Beschäftigten in Deutschland arbeiten alleine an den Standorten Mannheim, Heidelberg und Ladenburg etwa 4000 Menschen. Am Standort Mannheim seien im vergangenen Jahr etwa drei bis vier Prozent der Stellen sozialverträglich abgebaut worden. Aktuell seien in Mannheim etwa 2000 Menschen beschäftigt.

Bei ABB in Heidelberg arbeiten etwas mehr als 1300 Menschen und in Ladenburg sind mehr als 600 Frauen und Männer für das Unternehmen beschäftigt.