Wirtschaft

Pharma Quartalsbilanz des US-Konzerns übertrifft Erwartungen leicht

AbbVie kann Umsatz steigern

North Chicago.Der US-Pharmakonzern AbbVie mit seinem großen Standort in Ludwigshafen hat im dritten Quartal zugelegt. Wie das Unternehmen mitteilte, legte der Umsatz um knapp drei Prozent auf umgerechnet fast 7,6 Milliarden Euro zu. Damit übertraf AbbVie die Erwartungen von Analysten leicht. Wichtigster Umsatzbringer war erneut mit Abstand das in Ludwigshafen entwickelte Rheumamedikament Humira, das umgerechnet rund 4,4 Milliarden Euro erlöste. Obwohl dies einen Rückgang von 3,7 Prozent bedeutete, waren Anleger und Analysten zufrieden – sie hatten mit einem stärkeren Minus gerechnet. Auf Grundlage der Zahlen präzisierte AbbVie seine Gewinnerwartung, statt zwischen 8,82 und 8,92 Dollar pro Aktie soll der Überschuss fürs Gesamtjahr nun bei 8,90 bis 8,92 Dollar je Aktie liegen.

Humira ist seit Jahren das wichtigste Präparat für Abbvie, es steuert 60 Prozent des Umsatzes bei. Allerdings läuft der Patentschutz für das Mittel aus, die Konkurrenz kann deshalb billigere Nachahmermedikamente auf den Markt bringen. In den USA endet der Patentschutz 2023. AbbVie plant auch deshalb eine Megaübernahme. Der Konzern will für rund 56 Milliarden Euro den Konkurrenten Allergan kaufen. Das irische Unternehmen produziert den Wirkstoff Botox, der gegen Falten eingesetzt wird. Das Mittel aus der Schönheitsbehandlung ist ebenfalls ein Milliarden-Produkt: 2018 lag der Botox-Umsatz bei rund 3,2 Milliarden Euro.

AbbVie hatte vergangene Woche angekündigt, 100 Millionen Euro in den Bereich Forschung und Entwicklung am Standort Ludwigshafen zu investieren. Dort sind insgesamt 1900 Mitarbeiter beschäftigt, mehr als die Hälfte davon in der Forschung.