Wirtschaft

Sportartikel Nach Gewinnsprung 2018 rechnet der Dax-Konzern mit weniger Gewinn – ein Grund sind Lieferengpässe

Adidas drosselt das Tempo

Herzogenaurach.Nach einem kräftigen Wachstumsschub im vergangenen Jahr hat sich der Sportartikelhersteller Adidas für 2019 auf ein gemächlicheres Tempo eingestellt. Für das laufende Jahr strebt der Dax-Konzern mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach ein währungsbereinigtes Umsatzplus zwischen 5 und 8 Prozent an, wie er gestern mitteilte. Für den Gewinn aus fortgeführtem Geschäft wird ein Plus zwischen zehn und 14 Prozent erwartet.

2018 stiegen die Umsätze bei Adidas dank Fußball-WM und guter Geschäfte in China und Nordamerika währungsbereinigt um acht Prozent an. Nach der Umrechnung der Auslandserlöse in Euro blieb ein Plus von drei Prozent auf 21,92 Milliarden Euro übrig. Beim Betriebsergebnis legte Adidas um 14 Prozent auf knapp 2,37 Milliarden Euro zu. Der für die Konzernprognose maßgebliche Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei rund 1,71 Milliarden Euro, 20 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Sorgen in Nordamerika

Adidas hatte sich 2017 von seinem Geschäft mit Golf- und Eishockey-Ausrüstung getrennt und dabei Marken wie TaylorMade, Adams Golf, Ashworth und CCM Hockey veräußert. Zur besseren Vergleichbarkeit spricht er seither von fortgeführten Geschäften.

Grund für den etwas verhalteneren Ausblick für 2019 sind unter anderem Produktionsengpässe in Nordamerika. „Wir haben unsere Größe in Amerika verdoppelt innerhalb von drei Jahren“, sagte Adidas-Chef Kasper Rorsted. Dieses Wachstum habe Adidas gut bedienen können. Aber derzeit würden die Kapazitäten nicht ausreichen. Dies sei eine der Herausforderungen für das laufende Jahr. Man müsse besser in der Lieferkette werden.

Herausfordernd ist laut Rorsted auch der europäische Markt, der 2018 stagnierte. Die Herzen der Europäer will das Unternehmen mit einer stärkeren Fokussierung auf Sportprodukte zurückerobern. In der Vergangenheit habe man auf Modeprodukte gesetzt. „Da sind wir dabei, das zu ändern. Und deshalb bin ich auch zuversichtlich.“

Zugleich kündigte Rorsted an, bis 2024 in allen Produkten von Adidas und US-Tochter Reebok neu hergestelltes Polyester durch recyceltes zu ersetzen – eine aus Plastikabfall und Altkleidern gewonnene synthetische Faser. dpa