Wirtschaft

Urteil Drogeriekette dm muss zwei Millionen Euro an südhessischen Bio-Händler zahlen

Alnatura setzt sich durch

Darmstadt.Die Drogeriemarktkette dm hat im Streit mit dem Bio-Händler Alnatura aus Südhessen eine juristische Niederlage erlitten. Das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) entschied gestern, dass dm zwei Millionen Euro an Alnatura zahlen muss. In dem Berufungsverfahren ging es um die Frage, ob die Kündigung eines Kooperationsvertrags durch Alnatura rechtens war.

Die frühere Vertragspartnerin dm war schon in erster Instanz mit ihrer Klage gegen die Kündigung gescheitert. Eine Richterin des Oberlandesgerichts in Darmstadt bestätigte jetzt die Entscheidung. Die Kündigung des Vertrags im Jahr 2014 sei wirksam. Die zwei Millionen Euro hatte dm 2014 einbehalten, obwohl das Geld Alnatura für ausgelieferte Waren zugestanden hätte.

Einer von mehreren Prozessen

Als Grund gab die Drogeriemarktkette an, der Bio-Händler habe Anfang der 1990er Jahre seine Preise nicht mehr durch kostenbasierte Berechnungen, sondern per Liste festgeschrieben und auf diese Weise unrechtmäßig erhöht. Insgesamt forderte dm deshalb sechs Millionen Euro von Alnatura und behielt zunächst die zwei Millionen Euro ein. Alnatura forderte seinerseits die Zahlung der offenen Rechnung – und hatte jetzt juristischen Erfolg.

Das OLG ließ keine Revision zu. Diese müsste die Drogeriekette als Klägerin beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe beantragen. Die beiden einstmals engen Partner – die Firmenchefs Götz Rehn (Alnatura) und Götz Werner (dm) sind verschwägert – hatten sich 2014 getrennt. Die Drogeriemarktkette nahm die Produkte des Bio-Händlers nach und nach aus seinem Sortiment. Alnatura musste sich neue Handelspartner suchen. Die Trennung führte zu mehreren Rechtsstreitigkeiten. dpa