Wirtschaft

Bahntechnik Französischer Hersteller will Bombardier-Zugsparte bis Sommer 2021 kaufen

Alstom zurrt Zeitplan fest

Archivartikel

Paris/Mannheim.Der französische Zughersteller Alstom will die Übernahme der Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns im ersten Halbjahr 2021 abschließen. Das teilte Alstom in Saint-Ouen bei Paris mit. Der Hersteller der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge hatte die Fusion im Februar ankündigt, dafür sind etwa 5,8 Milliarden bis 6,2 Milliarden Euro fällig. „Wir haben die Finanzierung bereits abgesichert“, erklärte Konzernchef Henri Poupart-Lafarge nun.

Am Mannheimer Werk von Bombardier hatte es Anfang März eine Kundgebung verunsicherter Mitarbeiter gegeben. Die Übernahme dürfe nicht zulasten der Standorte in Deutschland gehen, erklärte Janna Köke, Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall. In Mannheim arbeiten etwa 1000 Beschäftigte für Bombardier. In den Geschäftsfeldern beider Unternehmen gibt es zahlreiche Überschneidungen, bei Elektrotriebzügen etwa. Die Wettbewerbsbehörde der Europäischen Union muss dem Deal zustimmen.

Alstom setzte im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 rund 8,2 Milliarden Euro um, das waren zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Gewinn betrug 467 Millionen Euro. Laut Unternehmen ist der Vorjahreswert von 681 Millionen Euro damit nicht vergleichbar, da es Änderungen bei der Einbeziehung bestimmter Konzernteile gab.

Dividende fällt aus

Die Covid-19-Pandemie kostete den Konzern zum Ende des Geschäftsjahres rund 100 Millionen Euro Umsatz. Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr soll wegen der Krise ausfallen. 2020/21 werde noch schwieriger werden.

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