Wirtschaft

Luftverkehr Flugausfälle, Verspätungen, Streiks – mitten in der Urlaubszeit gibt es jede Menge Ärger

Am Himmel ist die Hölle los

Archivartikel

Berlin.Von einem entspannten Start in den Urlaub kann für viele Reisende derzeit keine Rede sein. Mal hebt der Flieger gar nicht ab, mal nur mit erheblicher Verspätung. Und jetzt auch noch der Streik bei der Billigairline Ryanair. Was ist los am Himmel?

Die Flugbegleiter wollen mehr Geld, deswegen hatte die irische Airline für gestern europaweit 300 Flüge abgesagt. Betroffen waren auch mehrere Verbindungen von und nach Deutschland. Gestreikt wird vorerst bis einschließlich heute. 50 000 Passagiere seien umgebucht oder vollständig entschädigt worden, beteuerte Ryanair. Der Streik mitten in der Ferienzeit sorgt bei Reisenden für Frust und Ärger. Aber nicht nur der: In Deutschland kommt es derzeit zu vielen Verspätungen, Flugstreichungen sowie zu langen Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen.

Urlauber müssen jede Menge Geduld mitbringen und sich möglichst früh am Flughafen einfinden – zum Teil sogar drei Stunden vor Abflug, sagen Experten. „Diese Situation entspricht nicht dem Qualitätsversprechen und auch nicht dem eigenen Anspruch der Luftverkehrsbranche“, räumt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Matthias von Randow, ein. Airlines, Flughäfen und Flugsicherung hätten ihre Anstrengungen verstärkt, um einen zusätzlichen Beitrag zur Stabilisierung des Betriebs zu leisten. Doch offenbar reichen die Maßnahmen nicht aus.

Bei den Kontrollen hapert es

An einigen Flughäfen wie dem in Berlin-Tegel herrschen immer wieder chaotische Zustände. Es fehlt an Bodenpersonal, mitunter warten zurückgekehrte Fluggäste zwei Stunden auf ihre Koffer. An anderen Flughäfen sieht es nicht unbedingt besser aus. Vor allem bei den Kontrollen hapert es, sie seien anderes als in anderen europäischen Staaten hierzulande „wenig effizient organisiert“, so der BDL in einem Analysepapier.

Hinzu kommt eine starke Zunahme der Flugbewegungen. Im ersten Halbjahr 2018 wurden im deutschen Luftraum 1,59 Millionen Flüge gezählt, das sind deutlich mehr als noch im Vorjahr und auch deutlich mehr als prognostiziert. Negativ wirkt sich zudem die Pleite von Air Berlin aus. Jene Unternehmen, die Teile der Gesellschaft übernommen hätten, sind laut Verband gerade erst dabei, Personal und Flugzeuge in den Betrieb einzubauen.

Streiks, extreme Wetterlagen und starre Betriebszeitbeschränkungen seien weitere Gründe. Das alles erschwere momentan die flüssige Abwicklung des Luftverkehrs zusätzlich, so der BDL. Gegensteuern müsse man mit einer besseren Nutzung des Luftraums, mehr Personal und dem Einsatz von Reservemaschinen.

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