Wirtschaft

Am Himmel nichts Neues

Mehr als 14 000 Flugausfälle seit Jahresanfang und damit doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum, 823 Millionen Euro Entschädigungsforderungen von Passagieren – die Misere im deutschen Luftverkehr ist offensichtlich. Das aktuelle Dilemma haben Flughäfen, Airlines und Lotsen zu verantworten. An den Flughäfen fehlt Sicherheitspersonal, wer beispielsweise schon einmal über Amsterdam gereist ist, weiß, wie Kontrollen gut und schnell funktionieren können. Die Flugpläne sind mit zu vielen Starts und Landungen überladen. Und der Flugsicherung mangelt es an Lotsen – offensichtlich wurde die Ausbildung vernachlässigt. Von vergleichbaren Fehlern können sich auch die Airlines nicht freisprechen: Ihnen fehlen Piloten und Jets.

„Wir können Luftverkehr“, sagt Verkehrsminister Andreas Scheuer nun beim Luftfahrtgipfel in Hamburg. Mal sehen. 25 – freiwillige – Maßnahmen haben Bund, Airlines und Flughäfen vereinbart. Doch die Ideen sind nicht neu, sondern eher selbstverständlich. Ebenso die Absicht, innerdeutsche Flüge auf die Schiene zu verlagern. Die vielen Verspätungen bei der Bahn bieten allerdings kaum Anreiz, auf den Zug umzusteigen. Gefragt sind aber auch die Passagiere. Wer Billigflieger nutzt, muss wissen, dass so der Himmel über Deutschland noch voller wird. Ganz abgesehen davon, dass Tickets zu Schnäppchenpreisen auf Kosten der Löhne von Piloten und Kabinenpersonal gehen. Und warum muss ein Flughafen wie Frankfurt Ryanair und Co. immer mehr Platz bieten? Hier sollten das Land Hessen und die Stadt Frankfurt mal ein Wörtchen mitreden – sie sind schließlich die größten Aktionäre des Rhein-Main Airports.

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