Wirtschaft

Tonnies Familienstreit um China-Investition eskaliert

An „Größenwahn“ erkrankt?

Archivartikel

Rheda-Wiedenbrück.Der Familienstreit bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb geht in die nächste Runde. Nach einer angekündigten Investition von rund 500 Millionen Euro in einen neuen Schlacht- und Zerlegebetrieb für Schweine in China meldet sich Mitgesellschafter Robert Tönnies zu Wort und macht seinem Onkel schwere Vorwürfe.

Der Neffe (41) hält wie Clemens Tönnies 50 Prozent an dem Familienunternehmen mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen. Robert wirft seinem 63-jährigen Onkel vor, ihn und den Konzernbeirat getäuscht zu haben, „da die geplante Investition eine Größenordnung hat, die der Zustimmung bedarf.“ Die Geschäftsführung habe in dem Fall ihre Kompetenzen weit überschritten.

Robert Tönnies befürchtet laut einer schriftlich verbreiteten Stellungnahme vom Freitag, „dass Clemens an Größenwahn erkrankt sein könnte“, und will das Thema auf die Tagesordnung bei der nächsten Beiratssitzung setzen. Zwar sei er über das China-Geschäft informiert worden, aber die Summe sei deutlich niedriger gewesen. Tönnies hatte am Freitag mitgeteilt, das Auslandsgeschäft auszuweiten und in China 500 Millionen Euro in einen neuen Schlachtbetrieb zu investieren. dpa

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