Wirtschaft

Agrar I Biokraftstoffe legen vor allem in Amerika zu

Andere Länder, anderer Sprit

Mannheim.Hierzulande schaffen Biokraftstoffe den Durchbruch auf dem Markt nicht. In Amerika sieht das ganz anders aus – ein Blick nach Brasilien und in die USA von unseren Korrespondenten.

Brasilien

Der jüngste Streit um Dieselpreis-Erhöhungen, der zu einem tagelangen Streik der Lkw-Fahrer geführt hat, ist für die Ethanol-Industrie ein Jungbrunnen. In Brasilien fahren mittlerweile mehr als 90 Prozent der verkauften Neuwagen mit einem Gemisch aus Benzin und Ethanol. Und weil Ethanol rund 30 Prozent günstiger ist, füllen die Autofahrer ihre Tanks damit auf. Viele Trucks aber sind noch auf Diesel angewiesen und können nicht auf Ethanol ausweichen. In Brasilien wird Ethanol aus Zuckerpflanzen hergestellt. Umweltschützer kritisieren, dass für die riesigen Plantagen wertvolle Regenwaldgebiete geopfert worden sind. Tobias Käufer

USA

Niemand produziert mehr Bioethanol in der Welt als die USA. Wer an einer Tankstelle vorfährt, sieht oft den Hinweis E10. Bereits seit den 1970er Jahren subventionieren die USA die heimische Biokraftstoff-Produktion. Damit schlug das Land zwei Fliegen mit einer Klappe: Es schuf für die Landwirte einen neuen Absatzmarkt und reduzierte gleichzeitig die Schadstoffemissionen von benzinbetriebenen Verbrennungsmotoren. Nach Angaben der „Renewable Fuels Association“ (RFA) produzierten die USA in ihren 200 Bio-Raffinerien eine Gesamtkapazität von 48 Millionen Tonnen an Bioethanol, Tendenz steigend. Der Druck aus den Agrarstaaten im Mittleren Westen und Süden der USA ist hoch, daran nichts zu ändern. 

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