Wirtschaft

Telekommunikation Preis auf 19 Cent pro Minute gedeckelt

Anrufe ins EU-Ausland bald billiger

Archivartikel

Brüssel.Nach dem Ende der Roaming-Gebühren soll nun auch Schluss mit hohen Preisen für Telefonate ins EU-Ausland sein. Unterhändler des Europaparlaments, der EU-Länder und der EU-Kommission erzielten in der Nacht auf gestern eine politische Grundsatzeinigung, wonach die Kosten für solche Gespräche künftig auf 19 Cent pro Minute gedeckelt werden sollen; SMS dürfen nur noch höchstens sechs Cent kosten. Außerdem sollen Anreize zum Aufbau eines schnelleren Internets geschaffen werden. Bei gefährlichen Großlagen wie Terror und Naturkatastrophen sollen Handy-nutzer per Nachricht gewarnt werden können. Das teilten Kommission und Parlament gestern mit.

„Noch Luft nach unten“

„Diese Einigung ist wesentlich, um den wachsenden Verbindungsbedarf der Europäer zu decken und die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken“, sagte der zuständige EU-Kommissar Andrus Ansip gestern in Brüssel. Auch aus dem Parlament kamen positive Reaktionen. Bei der Kostendeckelung sei zwar noch „Luft nach unten“ gewesen, dennoch sei der Effekt groß, sagte die SPD-Abgeordnete Constanze Krehl. Die Einigung sieht zudem vor, dass bis 2020 Frequenzen für das Mobilfunknetz der fünften Generation (5G) verfügbar sein sollen. Die EU-Länder sollten die entsprechenden Spektren für 20 Jahre an Telekommunikationsunternehmen vergeben.