Wirtschaft

Kik Gericht weist Klage nach Fabrikbrand in Pakistan ab

Ansprüche verjährt

Dortmund.Sechs Jahre nach dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in Pakistan mit 258 Toten hat das Dortmunder Landgericht die Schmerzensgeldklage von vier Pakistanern gegen den Textildiscounter Kik abgewiesen. Etwaige Ansprüche seien verjährt, entschieden die Richter gestern.

Nach dem für diesen Fall maßgeblichen pakistanischen Recht hätten die Forderungen spätestens zwei Jahre nach dem Feuer angemeldet werden müssen. Ein freiwilliger Verjährungsverzicht, wie Kik ihn während der außergerichtlichen Verhandlungen unterzeichnet hatte, sei „grundsätzlich unzulässig“, so die Richter in ihrer Entscheidung.

Miriam Saage-Maaß von der Menschenrechtsorganisation ECCHR, die die Klage für die vier Pakistaner geführt hatte, zeigte sich nach dem Urteil „enttäuscht, aber nicht überrascht“. Mit der Klage hatte die Organisation erreichen wollen, dass erstmals ein deutsches Unternehmen für vermeintliche Versäumnisse bei einem Zulieferer im Ausland in Haftung genommen wird. „Diese Rechtsfrage bleibt jetzt ungeklärt“, sagte Saage-Maaß. Die aktuellen gesetzlichen Regelungen würden der globalisierten Wirtschaft nicht gerecht. dpa