Wirtschaft

Strompreis Reformen zeigen Wirkung

Anstieg bei Netzkosten gestoppt

Bonn.Viele Stromkunden in Deutschland müssen sich zumindest bei den Netzkosten vorerst auf keine zusätzlichen Belastungen einstellen. „Die Netzentgelte für den Verbraucher werden im kommenden Jahr in vielen Bereichen praktisch nicht steigen“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Die Entwicklung sei allerdings nicht einheitlich: „In einigen Regionen wird es einen Anstieg geben, in anderen werden sie sinken.“

Das liegt daran, dass die Übertragungsnetzentgelte regional unterschiedlich hoch sind. Die höchsten Gebühren gibt es im ländlichen Raum, vor allem in den neuen Bundesländern und in Norddeutschland. Sie werden aber stufenweise angeglichen. Ab dem 1. Januar 2023 sollen sie überall in Deutschland gleich hoch sein.

Die Gebühren für den Stromtransport waren in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich gestiegen. Sie machen fast ein Viertel des Strompreises aus. Von den knapp 30 Cent je Kilowattstunde, die bei einem Verbrauch zwischen 2500 und 5000 Kilowattstunden im Jahr durchschnittlich gezahlt werden, entfallen inzwischen mehr als sieben Cent auf die Netzentgelte.

Geringere Ausgaben

Bereits dieses Jahr sinken in einigen Regionen die Netzgebühren. Dafür haben laut Homann unter anderem geringere Ausgaben für die sogenannten vermiedenen Netzentgelte gesorgt. Die ursprüngliche Annahme, die dezentrale Stromerzeugung vermeide Netzkosten, hat sich inzwischen als weitgehend falsch herausgestellt. Deshalb wurden die entsprechenden Zahlungen eingefroren. Zudem werde die geplante bundesweite Verteilung der Kosten für die großen Übertragungsnetze für eine Entlastung in einzelnen Regionen sorgen. „Man kann ja nicht erklären, dass eine Region, die zufällig eine der Hochspannungsleitungen bekommt, diese auch finanzieren muss“, erklärte Homann. dpa