Wirtschaft

Monopolkommission Vorsitzender Achim Wambach verlangt feste Regeln auch in der Krise

Appell für fairen Wettbewerb

Bonn/Mannheim.Die Monopolkommission hat der Bundesregierung geraten, auch in der Krise die Voraussetzungen für einen fairen Wettbewerb zu schaffen. „Der Druck zusammenzuarbeiten, ist recht hoch“, sagte der Vorsitzende des Expertengremiums, Achim Wambach (Bild), am Mittwoch bei der Vorstellung eines Gutachtens.

Es sei gut, dass der Staat Unternehmen helfe – er müsse dies allerdings zeitlich befristen und bestimmte Regeln aufstellen, damit der Wettbewerb nicht langfristig leide. Das Gleiche gelte für Kartellbehörden, die Unternehmen erlaubten, in der Krise temporär zu kooperieren. Zuvor hatte die Kommission das Gutachten an Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (CDU) übergeben. Wambach ist Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Die Konzentration auf vielen Märkten werde zunehmen, so die Prognose. Im Herbst drohe eine heftige Insolvenzwelle, so Wambach. Staatliche Hilfen wie für die Deutsche Bahn könne dem Wettbewerb im Verkehrssektor schaden. Das Gremium schlägt daher vor, Hilfsgelder etwa in die Infrastruktur wie Schienen zu investieren, damit sie auch Wettbewerbern zugute kommen.

Bei der staatlichen Beteiligung an der Lufthansa plädiert das Gremium für bestimmte Auflagen und einen klar organisierten Wiederausstieg. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Reinhard Houben begrüßte diesen Vorstoß: „Die Bundesregierung muss sich verpflichten alle Beteiligungen, die während und aufgrund der Corona-Krise erworben wurden, nach der Krise wieder zu veräußern“, sagte er. dpa (BILD: dpa)