Wirtschaft

Coronakrise ZEW-Diskussion über Hilfsmaßnahmen der EU

„Aufbauplan nicht sehr zielgenau“

Archivartikel

Mannheim/Paris.Schaffen es die Europäische Union und die Europäische Zentralbank mit ihren Hilfsprogrammen, dem Wiederaufbauplan „Next Generation EU“ und dem Anleihenkaufprogramm „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP), die wirtschaftliche Gesundung in Europawährend und nach der Corona-Krise voranzutreiben? Über dieses Thema diskutierten der ZEW-Experte und Professor für Volkswirtschaft Friedrich Heinemann und die Vize-Präsidentin der Banque de France Sylvie Goulard im Rahmen der Online-Veranstaltungsreihe #ZEWlive des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung.

Rasche Zusammenarbeit

ZEW-Experte Heinemann äußert Kritikpunkte: Der Wiederaufbau-Fonds „Next Generation EU“ komme seiner Aufgabe nicht sehr zielgenau nach und sei nicht auf einen europäischen Mehrwert ausgerichtet: Einige ökonomisch stark getroffene Staaten könnten nur wenig gestützt werden, während Länder mit milderen Rezessionen überkompensiert würden. Beim Anleihenkaufprogramm PEPP sieht Heinemann eine Schwierigkeit darin, dass es sich nicht am EZB-Kapitalschlüssel orientiert, also nicht analog zur Wirtschaftskraft der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten gebildet wurde.

Banque-de-Franze-Vize-Chefin Sylvie Goulard betont dagegen die Wirksamkeit der Maßnahmen: „Die Handlung der Notenbanken hat zu einer raschen Stabilisierung beigetragen.“ Beide führen indes an, dass die Zusammenarbeit der europäischen Institutionen in der Krise verhältnismäßig rasch funktioniert habe. „Innerhalb von Monaten ging, was sonst in Jahren nicht möglich war“ , so Heinemann. 

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